Einen Flug mit Meilen buchst du in der Prämienflugsuche deines Vielfliegerprogramms: Strecke, Datum und Klasse auswählen, verfügbaren Flug wählen, Meilen einlösen. Gratis ist er nicht, denn Steuern, Gebühren und Zuschläge zahlst du extra. Bei Lufthansa können das in der Business Class über 1.700 Euro sein. Rechne also immer gegen den normalen Ticketpreis, bevor du Meilen einlöst.
Die Anleitung bezieht sich auf Miles and More, das Programm der Lufthansa Group. Die Logik gilt aber auch für andere Programme. Stand der Angaben: November 2026. Preise und Zuschläge ändern sich häufig.
Flug mit Meilen buchen in sechs Schritten
- Meilenkonto prüfen. Reicht dein Guthaben für den Hin- und Rückflug? Punkte anderer Programme kannst du teils umwandeln, das geht je nach Programm sofort oder dauert ein bis zwei Tage.
- In die Prämienflugsuche gehen. Bei Miles & More wählst du Start, Ziel, Zeitraum und Reiseklasse. Laut Meilenoptimieren zeigt die Kalendersuche an Tagen mit Verfügbarkeit direkt den Meilenwert.
- Flexibel suchen. Teste Nachbartage und andere Abflughäfen. Der Abflugort hat großen Einfluss auf Meilen und Zuzahlung.
- Tarif wählen. Bei Lufthansa, SWISS und Austrian gibt es wie beim normalen Ticket mehrere Tarife: Economy Light, Classic und Flex in Europa, dazu weitere auf der Langstrecke. Sie unterscheiden sich bei Gepäck, Sitzplatz, Umbuchung und Storno.
- Gesamtkosten prüfen. Sobald du die Verbindung ausgewählt hast, siehst du die Meilen und die Zuzahlung. Vergleiche jetzt mit dem Barpreis.
- Buchen und bezahlen. Meilen werden abgebucht, den Geldbetrag zahlst du per Karte. Zuschläge lassen sich in der Regel nicht mit weiteren Meilen begleichen.
Findet die Online-Suche eine Verbindung nicht, suche die Teilstrecken einzeln und frage beim Service Team nach. Laut Meilenoptimieren stehen in den Prämienflug-Bedingungen 35 online buchbare Airlines, trotzdem zeigt die Suche nicht jede theoretisch mögliche Verbindung. Dinge wie der 3-Regionen Award Flight laufen telefonisch.
Wie viele Meilen du brauchst
Seit dem 3. Juni 2025 gibt es bei Miles & More zwei Welten:
- Lufthansa, SWISS, Austrian, Lufthansa City: dynamische Preise. Die Meilen hängen vom Barpreis des Tickets, vom Datum, von der Strecke und vom Tarif ab. In der Hauptsaison wird es oft teuer, zu ruhigen Zeiten gibt es auch günstige Einlösungen.
- Andere Airlines, etwa Partner der Star Alliance wie United oder All Nippon Airways: feste Werte nach Tabelle, hier ein Auszug aus der offiziellen Übersicht (Stand 3. Juni 2025, je Hin- und Rückflug ab Europa).
| Ziel ab Europa | Economy | Business |
|---|---|---|
| Innerhalb Europas | 28.000 | 50.000 |
| Nordamerika | 50.000 | 125.000 |
| Karibik und Mittelamerika | 70.000 | 140.000 |
| Südliches Afrika | 50.000 | 125.000 |
| Südostasien | 85.000 | 200.000 |
| Australien und Neuseeland | 95.000 | 215.000 |
Prüfe die Werte vor der Planung in der Flugsuche, denn Miles & More behält sich Änderungen vor. Die Einlösung von Oneway-Flügen ist möglich. Rabattierte Meilenschnäppchen gibt es nur noch für einzelne Airlines wie Brussels Airlines, Discover oder Eurowings, die Plätze sind begrenzt.
Der große Haken: die Zuzahlung
Viele Einsteiger rechnen nur mit Meilen. Tatsächlich fallen Steuern, Gebühren und Airline-Zuschläge extra an, und die Lufthansa Group hat die Zuschläge 2026 laut PointsMag bereits viermal erhöht.
Das Beispiel dort: Frankfurt nach New York-Newark, hin und zurück in der Business Class Ende November. Im Tarif Business Light kostet das 69.130 Meilen plus 1.744,73 Euro. Nur knapp 200 Euro davon sind Steuern und Gebühren, der Rest sind Zuschläge. In der Economy lag die Zuzahlung für den einfachen Flug bei 363,56 Euro.
Mit denselben Meilen lassen sich laut PointsMag Flüge bei Partnern wie United buchen, die deutlich weniger Zuschläge verlangen. Es lohnt sich also, Miles & More Meilen zuerst bei Partnerairlines zu prüfen und erst dann bei Lufthansa, SWISS oder Austrian Airlines zu bleiben. Auch Turkish Airlines oder Singapore Airlines gehören zu den Partnern, die Höhe der Zuschläge unterscheidet sich je Fluggesellschaft.
Lohnt sich der Prämienflug? So rechnest du nach
Die Formel ist einfach: Barpreis minus Zuzahlung, geteilt durch die Meilen. Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen: Das Ticket kostet bar 900 Euro, der Prämienflug 40.000 Meilen plus 300 Euro. Du sparst 600 Euro, das sind 1,5 Cent je Meile.
Ob das gut ist, hängt davon ab, wie du die Meilen sammelst. Als Orientierung setzt PointsMag die Punkte von American Express mit 1,5 Cent an. Liegt dein Wert deutlich darunter, zahlst du besser bar und sammelst weiter. Auch bei Kurzstrecken in der Economy ist der Barpreis oft die bessere Wahl.
Sinnvoll ist das Einlösen vor allem, wenn der Barpreis hoch ist: in der Business Class und First Class, in Ferienzeiten und auf einfachen Strecken, für die Airlines viel verlangen. Auch Upgrades mit Meilen sind möglich. Für alle anderen Stellschrauben lies unseren Ratgeber Günstig buchen.
Wichtige Regeln vor dem Buchen
- Verfall: Ohne Status oder Karte verfallen Miles-&-More-Meilen nach 36 Monaten. Mit einer Miles & More Kreditkarte ist der Verfall ausgesetzt, solange die Karte besteht.
- Umbuchen und stornieren: Das hängt vom Tarif ab. Besonders günstige Tarife schließen Änderungen oft aus. Lies die Bedingungen vor dem Klick.
- Gepäck und Sitzplatz: Im Tarif Economy Light ist laut PointsMag selbst für Statuskunden kein Aufgabegepäck enthalten.
- Frühzeitig planen: Laut Meilenoptimieren sind Buchungen bis zu 360 Tage im Voraus möglich, bei Partnern können andere Fristen gelten.
- Versicherung nicht vergessen: Auch ein Prämienflug kann ausfallen. Eine Reiserücktrittsversicherung lohnt sich vor allem, wenn du viel Zuzahlung und teure Hotels gebucht hast.
Woher die Meilen kommen
Fliegen allein bringt wenig. Die meisten Meilen entstehen im Alltag, über Kreditkarten und Einkäufe mit Punkten. Welche Karte dazu passt, zeigt unser Vergleich Beste Kreditkarte zum Meilen sammeln. Wer zusätzlich Hotels und Status einbezieht, landet beim Travelhacking.
Meilen Master: Lohnt sich der Kurs?
Wer das Thema nicht aus Blogs zusammensuchen will, findet mit dem Meilen Master* von Christina (Meilenweit Reisen) einen deutschsprachigen Videokurs. Laut Anbieter sind es über 50 Lektionen in sieben Modulen, von den Grundlagen über American Express und Fixkosten bis zur Prämienflugsuche, dazu eine Community. Im Bestellprozess kostet er 259 Euro einmalig oder dreimal 90 Euro (Stand 6. November 2026).
Wir haben den Kurs nicht selbst belegt und keine unabhängigen Bewertungen gefunden, die Angaben stammen vom Anbieter. Das solltest du vor dem Kauf wissen:
- Die Verkaufsseite spricht von bis zu 90 Prozent weniger Reisekosten. Das ist ein Spitzenwert und keine Regel.
- Die Seite nennt Zuzahlungen von 1 bis etwa 1.000 Euro. Das aktuelle Beispiel von PointsMag liegt für Hin- und Rückflug bereits darüber.
- Der Kurs setzt stark auf Kreditkarten. Viele davon kosten Jahresgebühr, und die lohnt sich nur, wenn du die Punkte wirklich einlöst.
- Im Bestellprozess stimmst du zu, dass dein Widerrufsrecht mit Beginn der Leistung erlischt.
Für eine gelegentliche Einlösung reichen die Gratis-Quellen in diesem Artikel. Der Kurs ergibt eher Sinn, wenn du langfristig und in größeren Mengen sammeln willst.

