Reisearten

Roadtrips

Die schönsten Routen

Ein Roadtrip funktioniert anders als ein Pauschalurlaub: Die Strecke ist das Reiseziel, und die Tagesetappen entscheiden über alles. Wer 600 Kilometer am Stück fährt, sieht vom Land wenig. 200 bis 300 Kilometer pro Tag mit Zeit für Stopps sind realistischer, gerade auf kurvigen Bergstraßen oder Küstenrouten, wo der Schnitt schnell unter 50 km/h fällt.

Entscheidend ist die Jahreszeit. Hochalpine Pässe wie das Stilfser Joch oder der Grimselpass in der Schweiz öffnen meist erst Ende Mai oder Anfang Juni und schließen wieder im Oktober, sobald der erste Schnee fällt. Skandinavische Routen sind im Winter teils gar nicht oder nur mit Winterausrüstung befahrbar. Wer hier plant, sollte vorab den Reisekalender prüfen, statt sich auf Sommergefühl zu verlassen.

Roadtrips lohnen sich überall dort, wo öffentliche Verkehrsmittel an ihre Grenzen kommen: einsame Fjordstraßen, weite US-Highways, Inselrundstrecken. Wer noch flexibler unterwegs sein will und im Auto schlafen möchte, findet beim Vanlife & Camping die passende Variante.

Route und Etappen richtig planen

Plane Roadtrips von festen Punkten aus: Übernachtungsorte zuerst, dann die Strecke dazwischen. So vermeidest du, abends im Dunkeln eine Unterkunft zu suchen. Rechne für Bergstraßen, Schotterpisten und Sightseeing-Stopps grundsätzlich mehr Zeit ein, als die Navi-App anzeigt; die kalkuliert mit Idealtempo ohne Pausen.

Lege Pufferzeit für Wetter und spontane Abstecher ein. Eine Rundroute (Start und Ziel am selben Ort) spart oft die teure Einweggebühr beim Mietwagen. Prüfe außerdem früh, ob du Mautvignetten brauchst: Österreich, Schweiz und Slowenien verlangen sie, in Norwegen läuft die Maut automatisch über die Kennzeichenerfassung.

Bekannte Routen und ihre beste Reisezeit

Die North Coast 500 in Schottland führt rund 830 Kilometer um die Highlands; Mai bis September ist die verlässlichste Zeit, davor und danach sind viele kleine Hotels geschlossen und das Wetter dreht schnell. An der US-Westküste verbindet der Highway 1 zwischen San Francisco und Los Angeles Steilküste und Redwood-Wälder, am stabilsten von Mai bis Oktober. Details zur Jahreszeit findest du unter Reisezeit USA-Westküste.

Norwegens Atlantikstraße und die Trollstigen-Serpentinen gehören zu den lohnendsten Strecken Europas, sind aber an die Saison gebunden: Der Trollstigen ist nur etwa von Mai/Juni bis Oktober offen. Wann sich die Anreise lohnt und wo die Mitternachtssonne ins Spiel kommt, steht unter Reisezeit Norwegen.

Mietwagen, Versicherung und Grenzen

Buche den Mietwagen früh, vor allem in der Hauptsaison auf Inseln und in Skandinavien, wo das Angebot begrenzt ist. Achte auf die Selbstbeteiligung und kläre, ob Fahrten ins Ausland und auf unbefestigten Straßen erlaubt sind; gerade bei isländischen F-Roads ist das oft ausgeschlossen. Eine separate Reiseversicherung deckt Pannen und medizinische Notfälle ab, die der Mietvertrag nicht abdeckt.

Das richtige Fahrzeug für die Strecke

Die Fahrzeugwahl folgt der Route, nicht dem Preis. Für Küstenstraßen in Italien oder Kroatien ist ein kleiner Wagen im Vorteil: Enge Altstadtgassen, schmale Küstenstraßen und knappe Parkplätze machen jeden zusätzlichen Zentimeter zum Problem.

Umgekehrt in Island, Namibia und weiten Teilen der USA: Dort zählen Bodenfreiheit, Reifenqualität und ein zweites Reserverad mehr als Komfort. In Island sind viele Hochlandpisten nur mit Allrad zugelassen – ein Verstoß gegen diese Auflage kostet nicht nur die Kaution, sondern den gesamten Versicherungsschutz.

Bei Automatik oder Schaltung gilt: In Ländern mit Linksverkehr wie Großbritannien, Irland oder Südafrika nimmt eine Automatik eine Fehlerquelle heraus – Schalten mit der linken Hand ist am ersten Tag anstrengender, als viele erwarten.

Navigation, Tanken und Maut

Offline-Karten gehören auf jedes Handy: In Norwegens Fjorden, auf isländischen Pisten und in weiten Teilen Namibias oder der USA gibt es streckenweise kein Netz. Eine Powerbank oder ein fester Ladeanschluss im Auto ist Pflicht, weil Navigation den Akku schnell leert.

Tanken will vorausgedacht sein: In dünn besiedelten Regionen liegen Tankstellen weit auseinander und schließen früh. Faustregel für Island, Namibia und den amerikanischen Westen: ab halbvollem Tank die nächste Gelegenheit nutzen. Bei Elektroautos gilt dasselbe für Ladesäulen, plus ein Blick auf die passenden Ladekarten.

Maut ist in Europa uneinheitlich: Österreich, die Schweiz, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien arbeiten mit Vignetten, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal mit streckenbezogenen Gebühren. In Portugal laufen einige Autobahnen rein elektronisch – ohne Registrierung kommt die Rechnung später über den Vermieter, mit Bearbeitungsgebühr.

Übernachten unterwegs: buchen oder treiben lassen?

In der Nebensaison funktioniert spontanes Reisen gut und ist der eigentliche Reiz eines Roadtrips. In der Hochsaison – Juli und August in Europa, die US-Sommerferien in den Nationalparks – ist das Gegenteil der Fall: Dort sind Unterkünfte an den Hauptrouten Wochen im Voraus vergeben.

Ein guter Kompromiss ist das Zwei-Anker-Prinzip: Erste und letzte Nacht sowie die Übernachtungen an bekannten Engstellen fest buchen, den Rest offen lassen. So bleibt Flexibilität, ohne abends im Auto zu suchen.

Wer den Wagen als Basis nutzt, findet unter Vanlife & Camping die Regeln zum Übernachten in Europa – frei stehen ist längst nicht überall erlaubt und in Italien, Kroatien und Portugal teils empfindlich teuer.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für einen Roadtrip in den Alpen oder in Norwegen?

Für hochalpine Passstraßen und Norwegens Bergrouten ist Juni bis September am sichersten, weil viele Pässe wie Stilfser Joch, Grimsel oder Trollstigen erst ab Ende Mai schneefrei und befahrbar sind. Welche Strecke wann offen ist, prüfst du am besten über den Reisekalender.

Wie viele Kilometer sollte ich pro Tag einplanen?

Rechne mit 200 bis 300 Kilometern täglich, wenn du Stopps und Sightseeing willst. Auf Bergstraßen, Küstenrouten oder Schotterpisten weniger, weil der Schnitt deutlich unter 50 km/h fällt. Die Fahrzeit aus der Navi-App immer großzügig nach oben korrigieren.

Lohnt sich eine Rundroute oder eine Strecke mit unterschiedlichem Start und Ziel?

Eine Rundroute spart die Einweggebühr beim Mietwagen, die schnell dreistellig wird. Eine Einwegstrecke lohnt sich nur, wenn du dadurch deutlich mehr Land siehst und keinen langen Rückweg fahren musst.

Welches Fahrzeug passt zu welcher Route?

An engen Küsten- und Altstadtstraßen in Italien oder Kroatien ist ein kleiner Wagen im Vorteil. In Island, Namibia und im US-Westen zählen dagegen Bodenfreiheit, gute Reifen und ein zweites Reserverad. Auf Islands Hochlandpisten ist Allrad teils vorgeschrieben – sonst entfällt der Versicherungsschutz.

Was muss man bei Maut und Vignetten beachten?

Österreich, die Schweiz, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien verlangen Vignetten, Frankreich, Italien und Spanien streckenbezogene Gebühren. In Portugal werden manche Autobahnen rein elektronisch abgerechnet – ohne Registrierung kommt die Rechnung später mit Bearbeitungsgebühr über den Vermieter.

Sollte man Unterkünfte auf einem Roadtrip vorbuchen?

In der Nebensaison reicht es, spontan zu suchen. In der Hochsaison sind Unterkünfte an bekannten Routen und in Nationalparks Wochen im Voraus ausgebucht. Bewährt hat sich, die erste und letzte Nacht sowie bekannte Engstellen fest zu buchen und den Rest offen zu lassen.

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