Die beste Kreditkarte zum Meilen sammeln hängt von deinem Programm ab: Flexible Punkte bringen American-Express-Karten wie die Gold Card (240 Euro im Jahr), direkte Meilen bei Lufthansa die Miles & More Kreditkarte (66 oder 138 Euro). Ohne Jahresgebühr geht es mit der Payback-Amex oder der Amex Blue Card. Für alle gilt: Es lohnt sich nur, wenn du die Rechnung immer voll bezahlst.
Dieser Vergleich ist eine neutrale Einordnung, keine Finanz- oder Anlageberatung und keine Empfehlung für einen Abschluss. In diesem Artikel gibt es keine Partnerlinks zu Kreditkarten. Die Angaben stammen aus der Übersicht von PointsMag (Stand 25. Oktober 2026) und den Bedingungen von American Express. Konditionen und Willkommensboni ändern sich oft, prüfe sie vor dem Antrag beim Herausgeber.
Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld! Wer eine Kartenrechnung in Raten zahlt, zahlt Zinsen, und die sind höher als der Wert der gesammelten Punkte.
Acht Karten im Vergleich
| Karte | Jahresgebühr | Sammelrate | Programm |
|---|---|---|---|
| American Express Platinum | 720 € | 1 Punkt pro 1 € | Membership Rewards |
| American Express Gold | 240 € | 1 Punkt pro 1 € | Membership Rewards |
| American Express Blue | 0 € | 1 Punkt pro 1 € | Membership Rewards optional für 30 € im Jahr |
| Payback American Express | 0 € | 1 Punkt pro 3 € | Payback, umwandelbar in Miles & More |
| Miles & More Kreditkarte Gold | 138 € | 1 Meile pro 2 € | Miles & More |
| Miles & More Kreditkarte Blue | 66 € | 1 Meile pro 2 € | Miles & More |
| Eurowings Kreditkarte Premium | 99 € (erstes Jahr 49,50 €) | 1 Meile pro 2 € | Miles & More |
| Miles&Smiles Mastercard Gold | 96 € | 1 Meile pro 2 € | Turkish Airlines Miles&Smiles |
Der Willkommensbonus steht bewusst nicht in der Tabelle. Er kommt nur einmal, die Jahresgebühr jedes Jahr, und die Aktionen wechseln oft. Bei Amex erhalten ihn nur Antragsteller, die in den letzten 18 Monaten nicht Hauptkarteninhaber einer deutschen Amex-Karte waren, und bei Kündigung innerhalb von 12 Monaten verfällt er rückwirkend.
Punkte oder Meilen: die eigentliche Entscheidung beim Meilensammeln
Flexible Punkte (Amex Membership Rewards) bleiben neutral, bis du sie überträgst. Laut Meilenoptimieren gehen 5 Punkte zu 4 Meilen bei Flying Blue, 5 zu 4 Avios bei British Airways und Iberia, 3 zu 2 bei Singapore Airlines KrisFlyer und 2 zu 1 bei Emirates. Du entscheidest also erst, wenn du einen Flug gefunden hast, und kannst Punkte sammeln, ohne dich auf ein Vielfliegerprogramm festzulegen.
Direkte Meilen (Miles & More Kreditkarte) landen ohne Umweg auf dem Meilenkonto und bleiben vor dem Verfall geschützt, solange die Karte besteht. Dafür bist du an ein Programm gebunden. Die Miles & More Meilen werden dir pro Kartenumsatz gutgeschrieben. Das passt, wenn du als Vielflieger ohnehin Lufthansa, SWISS und Partner nutzt und Status oder Upgrades sammelst.
Der Umweg von Amex zu Miles & More führt über Payback und ist teuer: 3 Punkte ergeben 1 Payback-Punkt, der 1 zu 1 zur Meile wird. Mit 900 Punkten bekommst du also 300 Meilen.
Rechenbeispiel: 15.000 Euro Kartenumsatz im Jahr
| Karte | Ausbeute pro Jahr | Jahresgebühr |
|---|---|---|
| Amex Gold, Transfer zu Flying Blue | 15.000 Punkte = 12.000 Meilen | 240 € |
| Amex Gold mit Turbo, Transfer zu Flying Blue | 22.500 Punkte = 18.000 Meilen | 255 € |
| Miles & More Gold | 7.500 Meilen | 138 € |
| Payback Amex | 5.000 Payback-Punkte = 5.000 Meilen | 0 € |
Die Rechnung ist eine Modellrechnung ohne Willkommensbonus und ohne die Guthaben und Reiseleistungen, die manche Karten enthalten. Der Turbo kostet laut PointsMag 15 Euro im Jahr und gilt bis 20.000 Extrapunkte. Dass Meilen verschiedener Programme nicht gleich viel wert sind, zeigt die Rechnung nicht. Die Bewertung einer Meile hängt von deiner Einlösung ab, siehe Flug mit Meilen buchen.
Das Beispiel zeigt auch, wann keine Gebührenkarte nötig ist: Wer deutlich weniger umsetzt, hat am Jahresende auch deutlich weniger Meilen gesammelt, die Gebühr bleibt gleich. Für einen Flug in Business oder First Class reichen die gesammelten Meilen dann lange nicht.
Drei Profile, drei Karten-Typen
- Du fliegst ein- bis zweimal im Jahr privat: Eine Karte ohne Jahresgebühr reicht für den Anfang. Die Payback-Amex passt, wenn du ohnehin Payback nutzt.
- Du fliegst vor allem Lufthansa und willst Status oder Upgrades: Die Miles & More Karte ist der direkte Weg, die günstigere Blue-Variante hat dieselbe Sammelrate wie Gold.
- Du willst flexibel einlösen und nutzt Reiseleistungen: Die Amex Gold oder Platinum gleicht einen Teil der Gebühr über Guthaben aus, aber nur wenn du diese wirklich brauchst. Bei der Platinum muss die hohe Gebühr zu deinem Reiseverhalten passen.
Was gegen eine Meilen-Kreditkarte spricht
- Fremdwährung: Bei der Amex Gold fallen laut Bedingungen 2 Prozent auf Umsätze in Fremdwährung an, Bargeld kostet 4 Prozent, mindestens 5 Euro. Für den Urlaub außerhalb der Eurozone ist eine Zweitkarte sinnvoll, siehe unseren Ratgeber Reisekreditkarte.
- Zinsen: Wer in Raten zurückzahlt, verliert den Meilenvorteil schnell an die Zinsen. Stell die Karte auf vollständigen Ausgleich.
- Mehrausgaben: Mehr Meilen sind kein Grund, mehr auszugeben. Der Bonus rechtfertigt keine Anschaffung, die du sonst nicht machen würdest.
- Schufa: Jeder Antrag löst eine Anfrage aus. Einzelne Anträge sind unproblematisch, viele in kurzer Zeit können die Bonität belasten.
- Zuschläge: Auch mit genügend Meilen zahlst du bei Prämienflügen teils viel Geld dazu. Bei Lufthansa können das in der Business Class über 1.700 Euro je Hin- und Rückflug sein.
- Programmänderungen: Sammelraten und Tabellen ändern sich. Miles & More hat 2025 auf dynamische Preise umgestellt. Horte Meilen deshalb nicht über Jahre.
Meilen sammeln mit Kreditkarte: So gehst du vor
- Schreibe auf, welche Strecken du in den nächsten zwei Jahren wirklich fliegen willst, und für welches Ziel du die Kreditkarte zum Meilen sammeln nutzen möchtest.
- Prüfe, welches Programm dafür passt: Miles & More, Flying Blue oder Avios. Vergleiche, wie viele Meilen der Flug kostet und wie du die Anzahl an Meilen erreichst.
- Rechne deinen echten Jahresumsatz durch, nur mit Zahlungen, die du ohnehin machst.
- Stelle Gebühren und Guthaben gegenüber, die du wirklich nutzt.
- Beantrage höchstens eine Karte auf einmal und richte den vollständigen Ausgleich ein.
Mehr Überblick gesucht?
Bei Meilen geht es selten um eine einzelne Karte, sondern um das System aus Karte, Alltagsausgaben und Einlösung. Der Videokurs Meilen Master* behandelt laut Anbieter genau diese Themen. Er kostet im Bestellprozess 259 Euro (Stand 6. November 2026). Wir haben ihn nicht selbst belegt, unsere Einordnung steht im Artikel Flug mit Meilen buchen. Der Kurs ist auf Amex und Miles & More ausgerichtet und daher keine neutrale Kartenberatung.

