Das beste Land zum Auswandern für Rentner liegt für die meisten Deutschen in der EU: Du brauchst kein Visum, die Rente wird weitergezahlt, und die Krankenkasse geht mit dem Formular S1 in der Regel mit. Spanien ist die bewährte Wahl, Bulgarien die günstigste, Griechenland hat die auffälligste Steuerregel. Außerhalb der EU, etwa in Thailand oder Panama, bezahlst du die Sonne mit einer privaten Krankenversicherung.
Dieser Vergleich fasst Angaben amtlicher Stellen zusammen, Stand November 2026. Er ist keine Rechts-, Steuer- oder Rentenberatung. Lass deinen Fall vor dem Umzug von der Rentenversicherung, deiner Krankenkasse und einem Steuerberater prüfen.
Die besten Länder für deutsche Rentner im Überblick
| Land | Aufenthalt | Krankenversicherung | Das spricht dafür | Das spricht dagegen |
|---|---|---|---|---|
| Spanien | EU, kein Visum | S1 möglich | Drittgrößtes Ziel der Deutschen, Lebensnachweis meist automatisch | Laut Stiftung Warentest ist Zahnersatz privat zu zahlen |
| Portugal | EU, kein Visum | S1 möglich | Platz 8 im Expat Insider 2026 | Steuerregime NHR für Neuzuzügler seit 2024 abgeschafft |
| Griechenland | EU, kein Visum | S1 möglich | Auf Antrag 7 % Pauschalsteuer auf Auslandseinkünfte | Regime mit Bedingungen, Doppelbesteuerungsabkommen bleibt gültig |
| Bulgarien | EU, kein Visum | S1 möglich | Niedrigstes Preisniveau der EU (63 %), Wohnen 41 % | Kleines Netz an deutschsprachiger Hilfe, Sprache und Versorgung vorher prüfen |
| Thailand | Visum nötig, ab 50 Jahren | Kassenschutz endet in der Regel | Platz 3 im Expat Insider 2026 | Nachweise zu Vermögen oder Einkommen, private Pflichtversicherung |
Die Einschätzungen zu Sprache und Hilfe vor Ort sind unsere Einordnung, keine amtliche Angabe. Die Quellen zu allen Zahlen stehen in den Abschnitten darunter.
Rente im Ausland: Was weiterläuft
Die Deutsche Rentenversicherung zahlt rund 1,7 Millionen Renten ins Ausland. Nur ein Teil geht an Deutsche, der Rest an Menschen, die früher hier gearbeitet haben. Wie sich Auswanderer verteilen, zeigt ein Regionalträger: Von den 3.278 Renten, die die DRV Mitteldeutschland 2025 an Deutsche im Ausland zahlte, gingen 94 Prozent in den Europäischen Wirtschaftsraum. Im Schnitt waren es rund 930 Euro im Monat, nach Thailand gingen 75 Renten.
Die Rentenzahlungen laufen also weiter, zwei Dinge musst du dabei aber selbst im Blick behalten:
- Lebensnachweis: Bei Wohnsitz im Ausland ist er grundsätzlich einmal im Jahr fällig. Bei rund 1,2 Millionen Renten läuft das automatisch, etwa in Spanien, Italien, Österreich und Australien. Alle anderen werden angeschrieben. Reagierst du nicht, kann die Zahlung stoppen.
- Umzug melden: Teile deiner Rentenversicherung die neue Anschrift und das neue Konto rechtzeitig mit.
Krankenversicherung: Der wichtigste Unterschied
In der EU bleibst du laut Europäischem Verbraucherzentrum oft in deiner deutschen Kasse. Die stellt das Formular S1 aus, du legst es im neuen Wohnland beim Träger der Krankenversicherung vor und bekommst dort eine Karte. Die Kosten rechnen die Kassen untereinander ab. Der Haken: Du bekommst die Leistungen des Wohnlands, nicht die deutschen. Laut Stiftung Warentest sind sie häufig schlechter, in Spanien etwa ist Zahnersatz privat zu zahlen. Dazu kommt: Sobald du im Wohnland arbeitest oder eine weitere Rente von dort beziehst, kann der deutsche Schutz enden.
Außerhalb der EU ruht der gesetzliche Schutz in der Regel, wenn es kein Abkommen gibt, schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Das gilt auch für Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner. Wer etwa nach Thailand, in die USA oder nach Kanada zieht, braucht laut Stiftung Warentest eine private Versicherung und bekommt sie schwer, wenn er nicht mehr ganz gesund ist. Kläre das vor der Abreise und nicht danach. Welche Abkommen bestehen, sagt die DVKA. Die übliche Reisekrankenversicherung gilt nur für Reisen, nicht für einen neuen Wohnsitz.
Steuern: Die Rente bleibt nicht automatisch steuerfrei
Seit 2005 können auch ins Ausland gezahlte deutsche Renten in Deutschland steuerpflichtig sein. Zuständig ist bei Rentnern im Ausland meist das Finanzamt Neubrandenburg. Ob du wirklich hier zahlst, hängt von der Art der Rente und vom Wohnland ab, also vom jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen.
Für die Rechnung ist ein Punkt wichtig: Als beschränkt Steuerpflichtiger bekommst du keinen Grundfreibetrag, außergewöhnliche Belastungen und Ehegattensplitting fallen weg. Auf Antrag kannst du wie unbeschränkt Steuerpflichtige behandelt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Eine kleine Rente, die bei Wohnsitz in Deutschland steuerfrei blieb, kann nach dem Wegzug also Steuern kosten.
Steuerlich fallen zwei Länder auf:
- Griechenland: Laut PwC zahlen zugezogene Rentner auf Antrag 7 Prozent auf ausländische Einkünfte. Voraussetzung ist unter anderem, dass du in fünf der letzten sechs Jahre nicht in Griechenland steuerpflichtig warst. Der Antrag läuft bis zum 31. März des jeweiligen Jahres, und die Doppelbesteuerungsabkommen bleiben gültig. Ob dir das etwas bringt, hängt also an der Art deiner Rente.
- Portugal: Das frühere Regime für Neuzuzügler (NHR) wurde zum 1. Januar 2024 aufgehoben. Ältere Ratgeber, die Portugal als Steuerparadies für Rentner beschreiben, sind in diesem Punkt überholt.
Aufenthalt: In der EU leicht, außerhalb mit Nachweisen
Als EU-Bürger darfst du in Rente in jedem EU-Land leben, wenn du ausreichendes Einkommen und eine umfassende Krankenversicherung hast. Nach drei Monaten kann eine Anmeldung nötig sein, nach fünf Jahren rechtmäßigem Aufenthalt erwirbst du automatisch ein Daueraufenthaltsrecht. Eine feste Mindestrente nennt die EU nicht, die Behörden vor Ort prüfen den Einzelfall.
Für Thailand nennen die Auslandsvertretungen für das Langzeitvisum O-A ein Mindestalter von 50 Jahren und alternativ etwa 800.000 Baht Guthaben, 65.000 Baht Monatseinkommen oder eine Kombination aus beidem. Außerdem brauchst du eine Krankenversicherung, ein Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis. Die Botschaft in Berlin stellt die Formulare bereit. Die Beträge können sich ändern, frag dort vor dem Antrag nach. Arbeiten ist mit diesem Visum nicht erlaubt.
Lebenshaltungskosten: Was das Preisniveau aussagt
Laut den Eurostat-Daten für 2025, veröffentlicht vom bulgarischen Statistikamt, lagen die Verbraucherpreise in Bulgarien bei 63 Prozent des EU-Schnitts, in Rumänien bei 65 und in Polen bei 73 Prozent. Am teuersten waren Dänemark, Irland und Luxemburg. Beim Wohnen reicht die Spanne von 41 Prozent in Bulgarien bis 190 Prozent in Irland.
Solche Durchschnitte helfen beim Vorsortieren, sagen aber wenig über deine Küstenstadt aus. Beliebte Orte für Ausländer sind oft teurer als das Landesmittel. Rechne daher mit einer echten Mietanzeige, den Krankenkassenbeiträgen und zwei Heimflügen im Jahr. Teste den Ort vorher im schlechtesten Monat: Die Klimatabellen für Portugal, Griechenland und Thailand zeigen, wann das ist.
Lebensqualität, Gesundheitssystem und medizinische Versorgung
Niedrige Lebenshaltungskosten allein machen keinen guten Lebensabend. Im Expat Insider 2026 liegen Panama, Mexiko und Thailand vorn, Spanien auf Platz 6 und Portugal auf Platz 8. Die Umfrage richtet sich aber an alle Expats und nicht nur an Menschen im Ruhestand. Für viele Rentner zählt später etwas anderes als die Sonne: eine erreichbare medizinische Versorgung, Ärzte, mit denen sie sich verständigen können, und ein funktionierendes Gesundheitssystem auch auf dem Land.
Prüfe deshalb vor einer Entscheidung, wie weit das nächste Krankenhaus entfernt ist und ob du dort auf Deutsch oder Englisch behandelt wirst. Wer sich in Panama niederlassen will, ein Land, das die Umfrage seit drei Jahren anführt, braucht wie in Thailand ein eigenes Aufenthaltsrecht und in der Regel eine private Krankenversicherung. Beantrage beides erst, wenn du die Bedingungen bei der zuständigen Botschaft geprüft hast. Monatlich solltest du die Beiträge fest einplanen, denn private Tarife können im Alter teurer werden. Komfortabel lebt, wer dafür einen Puffer hat.
Checkliste für den Ruhestand im Ausland
- Rentenauskunft holen und bei der Rentenversicherung nach dem Bezug im Zielland fragen.
- Bei der Krankenkasse das Formular S1 oder die Folgen eines Umzugs in einen Nicht-EU-Staat klären.
- Steuerfolgen im Wohnland und in Deutschland von einem Steuerberater prüfen lassen.
- An Pflege denken: Die Frage, wer dich im Alter betreut, entscheidet oft über die Rückkehr.
- Ein Probejahr einplanen und die Wohnung in Deutschland nicht zu früh aufgeben.
- Beim Auszug abmelden und alle Stellen über die neue Adresse informieren.
Allgemeine Fragen beantwortet unser Überblick Auswandern: Wohin am besten?. Kostenlose Hilfe gibt es beim Raphaelswerk.
Im Netz stößt du schnell auf bezahlte Angebote zu Steuervorteilen und Wohnsitzen im Ausland. Sie richten sich meist an Selbstständige und Menschen mit größerem Vermögen. Rente, Krankenkasse und Steuer klärst du besser kostenlos über die genannten Stellen.
