Highlights & Sehenswürdigkeiten
Herz der Stadt ist die Baščaršija, der osmanische Basar mit dem hölzernen Brunnen Sebilj, kupferklopfenden Handwerkern und Kaffeehäusern. Gleich nebenan beginnt mit der Ferhadija-Straße die österreichisch-ungarische Stadt – ein Übergang, der auf dem Pflaster als "Begegnung der Kulturen" markiert ist.
Am Latinski most (Lateinerbrücke) fiel 1914 mit dem Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand der Funke zum Ersten Weltkrieg. Sehenswert sind zudem die Gazi-Husrev-Beg-Moschee, die Kathedrale und die alte Synagoge, die Sarajevos Ruf als "Jerusalem Europas" begründen.
Geschichte hautnah
Die Belagerung Sarajevos in den 1990er Jahren ist bis heute präsent. Der Tunnel der Rettung (Tunel spasa) unter dem Flughafen, durch den die Stadt versorgt wurde, ist heute ein bewegendes Museum. In den Gehwegen erinnern rot ausgegossene Einschlagspuren als "Sarajevo-Rosen" an die Opfer.
Ganz anders die Erinnerung an die Olympischen Winterspiele 1984: Auf dem Hausberg Trebević liegt die verlassene, mit Graffiti überzogene Bobbahn, die zu einem beliebten Fotomotiv geworden ist. Eine Seilbahn bringt Besucher bequem hinauf.
Essen & Ausgehen
Sarajevo ist ein Paradies für Ćevapi: Die gegrillten Hackröllchen kommen mit Somun-Fladenbrot, Zwiebeln und Kajmak auf den Tisch – die traditionsreichen Ćevabdžinice der Baščaršija sind darauf spezialisiert. Dazu kommen Burek, Dolma und süßer Baklava oder Tufahija, ein gefüllter Apfel.
Ein Muss ist der bosnische Kaffee, zeremoniell aus der Džezva mit Rahat-Lokum serviert. Rund um die Ferhadija und in Vierteln wie Kovači finden sich Cafés und Bars; das junge Ausgehleben spielt sich in den Straßen der Innenstadt und entlang der Miljacka ab.
Umgebung & Tagesausflüge
Sarajevo liegt eingebettet in Berge, die im Winter zu den nahen Skigebieten Jahorina und Bjelašnica werden – beide waren Austragungsorte der Olympischen Spiele 1984. Im Sommer laden dieselben Berge zum Wandern ein.
Beliebt sind Tagesausflüge nach Mostar entlang der Neretva, zu den Quellen der Bosna im Naturpark Vrelo Bosne am Stadtrand und in das osmanische Städtchen Travnik. Auch die dramatische Bahnstrecke Richtung Mostar ist ein Erlebnis für sich.
Anreise & Fortbewegung
Der Flughafen Sarajevo liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt; auch die Anreise per Bus oder Bahn aus den Nachbarländern ist möglich. Das kompakte Zentrum erkundet man am besten zu Fuß, historische Straßenbahnen und Busse ergänzen das Netz.
Für die Altstadt sollte man sich Zeit für Kaffee nach bosnischer Art nehmen und die Ćevapi-Lokale der Baščaršija probieren. Ausflüge führen leicht nach Mostar oder in die umliegenden Berge. Bezahlt wird mit der Konvertiblen Mark.
Häufige Fragen zu Sarajevo
Warum gilt Sarajevo als "Jerusalem Europas"?
Weil Moschee, katholische Kathedrale, orthodoxe Kirche und Synagoge hier auf engstem Raum zusammenstehen. Über Jahrhunderte lebten muslimische, christliche und jüdische Gemeinschaften in der Stadt eng zusammen.
Wann ist die beste Reisezeit für Sarajevo?
Mai, Juni sowie September und Oktober bieten mildes Wetter zum Erkunden. Da die Stadt im Gebirge liegt, sind Winter kalt und schneereich – ideal für die nahen Skigebiete Jahorina und Bjelašnica.
Wie viele Tage sollte man für Sarajevo einplanen?
Für die Baščaršija, die österreichisch-ungarische Innenstadt und Orte der jüngeren Geschichte wie den Tunnel der Rettung sollte man zwei bis drei Tage einplanen. Mit einem Ausflug nach Mostar oder auf den Trebević wird gern ein weiterer Tag daraus.