Warum Bosnien und Herzegowina reisen
Wenige Länder Europas verbinden Orient und Okzident so unmittelbar: Moscheen, Kirchen und Synagogen stehen dicht beieinander, Basare und Kaffeehäuser prägen den Alltag. Dazu ist das Land preiswert und landschaftlich außergewöhnlich vielfältig.
Die jüngere Geschichte – vom Attentat von Sarajevo 1914 bis zum Bosnienkrieg der 1990er Jahre – ist an vielen Orten präsent und wird offen erzählt. Das macht eine Reise nicht nur schön, sondern auch bewegend und lehrreich.
Städte, Flüsse und Natur
Die Hauptstadt Sarajevo mit dem osmanischen Basarviertel Baščaršija ist der lebendige Mittelpunkt. Mostar in der Herzegowina begeistert mit der wiederaufgebauten Alten Brücke (Stari Most) über die türkisgrüne Neretva.
In der Umgebung liegen die Derwisch-Tekke von Blagaj an der Quelle der Buna, die Wasserfälle von Kravice und das osmanische Dorf Počitelj. Naturfreunde zieht es in den Nationalpark Sutjeska mit dem Urwald Perućica oder zu den Wasserfällen mitten in der Stadt Jajce.
Beste Reisezeit
Für Städtereisen und Wandern sind Mai, Juni sowie September und Oktober am angenehmsten: mild und mit klarer Sicht. Sarajevo liegt in einem Talkessel im Gebirge, hier ist es kühler als in der südlichen Herzegowina.
Mostar und das Neretva-Tal werden im Hochsommer sehr heiß – dann laden Flüsse und Wasserfälle zur Abkühlung ein. Wintersport ist rund um Sarajevo auf den Olympiabergen Bjelašnica und Jahorina möglich.
Anreise & Fortbewegung
Sarajevo und Mostar haben Flughäfen mit saisonalen Verbindungen; oft ist die Anreise über Dubrovnik oder Split in Kroatien praktisch, von wo aus Bus und Mietwagen ins Land führen. Die Flugzeit nach Sarajevo beträgt rund zwei Stunden.
Zwischen Sarajevo und Mostar verkehrt eine landschaftlich reizvolle Bahnstrecke entlang der Neretva. Für abgelegene Klöster, Wasserfälle und Nationalparks ist ein Mietwagen die beste Wahl. Bezahlt wird mit der Konvertiblen Mark (BAM).
Geschichte auf engem Raum
Kaum ein Land Europas zeigt seine Geschichte so unmittelbar wie Bosnien und Herzegowina. In Sarajevo stehen osmanischer Basar, österreichisch-ungarische Prachtbauten, sozialistische Wohnblocks und Spuren des Belagerungskriegs der 1990er-Jahre auf wenigen hundert Metern nebeneinander.
Mostar mit der wiederaufgebauten Brücke Stari Most ist der bekannteste Tagesausflug; wer bleibt, erlebt die Stadt nach Abfahrt der Busse deutlich ruhiger.
Landschaftlich ist das Land grün und wasserreich: Wildwasser auf Neretva und Una, Wasserfälle bei Jajce und Kravica, dazu Berge, die 1984 die Olympischen Winterspiele ausrichteten.
Praktisches für Bosnien und Herzegowina
Beste Zeit: Mai bis Oktober. Der Sommer ist im Süden heiß, Sarajevo liegt höher und bleibt erträglicher. Im Winter sind die Skigebiete Bjelašnica und Jahorina günstige Alternativen zu den Alpen.
Geld: Bezahlt wird in Konvertibler Mark (BAM), die fest an den Euro gekoppelt ist. Kartenzahlung ist in Städten üblich, auf dem Land Bargeld einplanen.
Einreise: Visumfrei für touristische Aufenthalte; kein EU-Land, es wird an der Grenze kontrolliert.
Sicherheit: In wenigen abgelegenen Gebieten gibt es noch Minenrisiko aus der Kriegszeit — markierte Wege nicht verlassen und Hinweisschilder ernst nehmen.
Städte & Reiseziele in Bosnien und Herzegowina
Häufige Fragen zu Bosnien und Herzegowina
Wann ist die beste Reisezeit für Bosnien und Herzegowina?
Mai, Juni sowie September und Oktober sind ideal für Städte und Wandern. Mostar und die Herzegowina werden im Hochsommer sehr heiß, während Sarajevo im Gebirge angenehmer bleibt.
Womit bezahlt man in Bosnien und Herzegowina?
Offizielle Währung ist die Konvertible Mark (BAM), die fest an den Euro gekoppelt ist. In Touristenorten wird teils auch Euro angenommen, doch Bargeld in Mark ist meist günstiger und praktischer.
Lassen sich Sarajevo und Mostar gut kombinieren?
Ja, beide Städte liegen rund zwei bis drei Fahrstunden auseinander und sind per Bus, Bahn oder Mietwagen verbunden. Die Zugstrecke entlang der Neretva gilt als besonders landschaftlich reizvoll.
Ist Bosnien und Herzegowina sicher zu bereisen?
Für Reisende in Städten und auf den üblichen Routen ja. In wenigen abgelegenen Gebieten gibt es noch Minenrisiko aus der Kriegszeit — markierte Wege sollte man deshalb nicht verlassen und Warnschilder ernst nehmen.
Reicht ein Tag für Mostar?
Für die Brücke und die Altstadt ja, aber der Tag ist dann von Reisebussen geprägt. Wer übernachtet, erlebt die Stadt am frühen Morgen und am Abend deutlich ruhiger — und hat Zeit für Blagaj und die Wasserfälle von Kravica.