Rote Dünen & Deadvlei
Das Sossusvlei liegt im Namib-Naukluft-Park inmitten der Namib, der ältesten Wüste der Erde. Die eisenoxidhaltigen Dünen leuchten je nach Sonnenstand orange bis tiefrot und gehören mit über 300 Metern zu den höchsten der Welt. Die "Big Daddy" und die gut erreichbare "Dune 45" sind die bekanntesten – der Aufstieg im weichen Sand ist anstrengend, der Blick über das Dünenmeer entschädigt dafür.
Wenige Gehminuten entfernt liegt das Deadvlei, eine weiße, rissige Lehmpfanne, aus der die schwarzen Skelette jahrhundertealter, vertrockneter Kameldornbäume ragen. Der Kontrast aus weißem Boden, schwarzen Bäumen, roten Dünen und blauem Himmel ist eines der surrealsten Landschaftsbilder überhaupt.
Beste Zeit & Fotografie
Am schönsten ist das Licht kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang, wenn die Dünen im warmen Streiflicht leuchten und lange Schatten die Kämme zeichnen. Wer früh am Parktor Sesriem startet, erreicht die Dünen zum besten Licht und vor der Mittagshitze.
In der Nähe lohnt sich der Sesriem Canyon, eine schmale Schlucht, die der Tsauchab-Fluss in den Fels gegraben hat. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und festes Schuhwerk sind Pflicht; im Sommer (November bis März) wird es tagsüber sehr heiß, die Wintermonate sind angenehmer, nachts aber kühl.
Anreise & Übernachtung
Das Sossusvlei erreicht man auf einer mehrstündigen Fahrt ab Windhoek über Schotterpisten; die letzten Kilometer ab dem Parkplatz "2x4" bis zum eigentlichen Vlei sind tiefsandig und nur mit Allrad oder dem Shuttle des Parks befahrbar.
Übernachtet wird in Lodges und Camps rund um das Parktor Sesriem, teils direkt am Rand des Reservats. Eine Nacht in der Wüste lohnt sich schon wegen des grandiosen Sternenhimmels. Wer möchte, erlebt die Landschaft aus der Luft bei einer Ballon- oder Rundflugtour über das Dünenmeer.
Tiere & Landschaft der Namib
So karg die Namib wirkt, so viel Leben verbirgt sie: Auf den Kies- und Grasebenen der Anfahrt begegnet man häufig Oryxantilopen (Gemsböcken), Springböcken und Straußen, dazu Schakalen und einer Vielzahl von Vögeln. Die Tiere sind erstaunlich gut an Hitze und Trockenheit angepasst.
Ein Rätsel der Landschaft sind die „Feenkreise“ (Fairy Circles) – kreisrunde, kahle Flecken im Grasland, deren Entstehung die Forschung bis heute beschäftigt. Zusammen mit den rostroten Dünen, den hellen Lehmpfannen und einzelnen Inselbergen ergibt sich ein Landschaftsbild, das seinesgleichen sucht.
Sesriem, Parktore & Praktisches
Der Zugang zum Dünengebiet führt über das Tor bei Sesriem. Wer innerhalb des Parktors übernachtet, darf schon zum Sonnenaufgang losfahren und erreicht das Deadvlei im schönsten Morgenlicht – von außen kommende Besucher dürfen erst mit Sonnenaufgang durch das Tor. Von Sesriem sind es rund 60 Kilometer auf asphaltierter Straße bis zum Parkplatz „2x4“.
Die letzten etwa fünf Kilometer bis zum eigentlichen Vlei sind tiefsandig und nur mit Allrad oder dem Shuttle des Parks zu bewältigen. Im Park gibt es keine Tankstellen und kaum Schatten: Ausreichend Wasser, ein voller Tank, Sonnenschutz und Zeitpuffer sind Pflicht, denn der Aufstieg auf Dünen wie Big Daddy kostet Kraft und Zeit.
Häufige Fragen zu Sossusvlei
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Sossusvlei?
Landschaftlich am eindrucksvollsten sind die Dünen kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang im warmen Streiflicht. Klimatisch sind die Wintermonate Mai bis September angenehm; der Sommer ist tagsüber sehr heiß.
Was ist der Unterschied zwischen Sossusvlei und Deadvlei?
Das Sossusvlei ist die von hohen roten Dünen umgebene Lehmsenke, die sich in seltenen Regenjahren mit Wasser füllt. Das nahe Deadvlei ist eine weiße, ausgetrocknete Pfanne mit den markanten schwarzen Skeletten abgestorbener Kameldornbäume.
Braucht man für das Sossusvlei einen Geländewagen?
Bis zum Parkplatz „2x4“ führt eine asphaltierte Straße, die jeder Pkw schafft. Die letzten rund fünf Kilometer zum Vlei sind jedoch tiefsandig – hier braucht man einen Allrad oder nutzt den Shuttle-Service des Parks.