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Afrika

Von den Medinas Marokkos über die Gnuherden der Serengeti bis zu den roten Dünen Namibias: Afrika liegt näher, als viele denken – und hat für fast jeden Monat eine Region mit perfektem Wetter.

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Afrika ist kein Reiseziel, sondern ein Kontinent mit 54 Ländern – und der häufigste Planungsfehler besteht darin, ihn als eine einzige Klimazone zu behandeln. Während in Marokko im April die Rosen blühen und die Medinas angenehm mild sind, beginnt im südlichen Afrika der Winter: kühle Nächte, klare Luft und genau deshalb die beste Zeit für Wildbeobachtung. Zwei Ziele, ein Kontinent, gegensätzliche Kalender.

Der große Vorteil gegenüber anderen Fernzielen: Afrika liegt fast vollständig in europäischen Zeitzonen. Zwischen Deutschland und Kapstadt liegen null bis eine Stunde Zeitunterschied, zwischen Frankfurt und Nairobi ein bis zwei. Nach elf Stunden Nachtflug beginnt der Urlaub also ohne Jetlag – ein Argument, das bei Fernreisen mit Kindern oder bei kurzen zwei Wochen schwerer wiegt, als es klingt.

Diese Übersicht ordnet die neun Länder unseres Afrika-Guides nach Charakter und Saison: Nordafrika als orientalisches Kurzstreckenziel, Ostafrika als Safari- und Inselkombination, das südliche Afrika als Selbstfahrer-Region und die Inseln im Indischen Ozean als Badeziele. Für jedes Land findest du unten den passenden Reiseführer, für die meisten zusätzlich eine Klimatabelle mit echten Monatswerten.

Beste Reisezeit in Afrika
Nordafrika im Frühling und Herbst, Ostafrika und das südliche Afrika von Juni bis Oktober

Nordafrika: Orient auf Kurzstrecke

Drei bis vier Flugstunden ab Deutschland – und die Kulisse wechselt komplett. Marokko ist der Klassiker: Marrakesch mit dem Platz Jemaa el-Fnaa und den Souks, das handwerkliche Herz Fès, das blau gestrichene Bergstädtchen Chefchaouen und die Atlantikmetropole Casablanca. Dazwischen liegen der Hohe Atlas und die Dünen des Erg Chebbi – eine klassische Rundreise verbindet all das in ein bis zwei Wochen.

Tunesien ist die entspanntere, günstigere Variante: römische Ruinen in Karthago und El Djem, die Altstadt von Tunis, Badeorte wie Hammamet und die Insel Djerba mit ihrer besonders langen Badesaison. Ägypten wiederum verbindet zwei Reisen in einer: Antike am Nil in Kairo und Luxor – und Tauchen und Schnorcheln am Roten Meer in Hurghada oder Sharm el-Sheikh.

Timing: Frühling und Herbst sind in ganz Nordafrika die angenehmsten Fenster. Im Juli und August wird es im Landesinneren – Marrakesch, Luxor, die Wüste – regelmäßig über 40 Grad heiß. Wer trotzdem im Sommer fliegt, bleibt an der Küste: Essaouira, Agadir und die tunesische Küste bleiben dank Meeresbrise erträglich, und am Roten Meer ist Baden ohnehin ganzjährig möglich.

Ostafrika: Safari und Gewürzinseln

Kenia und Tansania sind die Safariziele schlechthin. In der Masai Mara und der Serengeti spielt sich die Große Tierwanderung ab: Rund zwei Millionen Gnus und Zebras ziehen im Jahreskreis über die Ebenen. Die spektakulären Flussquerungen am Mara River fallen typischerweise in die Monate Juli bis Oktober, die Kalbungssaison im südlichen Serengeti-Gebiet liegt im Januar und Februar – zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse, beide beeindruckend.

Der große Reiz Ostafrikas ist die Kombination: erst Safari, dann Strand. Sansibar liegt einen kurzen Inlandsflug von Arusha entfernt und verbindet die Welterbe-Altstadt Stone Town mit puderweißen Stränden; Kenias Pendant ist Mombasa mit der Küste nördlich und südlich der Stadt.

Das Klima folgt hier nicht Sommer und Winter, sondern zwei Regenzeiten: der langen von etwa März bis Mai und der kurzen im November. Dazwischen liegen die beiden Trockenfenster Juni bis Oktober sowie Januar/Februar – exakt die Zeiten, in denen Wildbeobachtung am besten funktioniert, weil das Gras kurz ist und sich die Tiere an den verbliebenen Wasserstellen sammeln. Details Monat für Monat stehen in den Klimatabellen für Kenia und Tansania.

Das südliche Afrika: der Selbstfahrer-Kontinent

Wer Afrika auf eigene Faust erleben will, fährt nach Südafrika oder Namibia. Beide Länder haben gute Straßen, eine verlässliche Mietwagen-Infrastruktur und Linksverkehr. Die Klassiker: die Garden Route ab Kapstadt, eine Safari im Kruger-Nationalpark – einer der wenigen großen Parks, den man selbst durchfahren darf – und in Namibia die Route von Windhoek über die Dünen von Sossusvlei und die Küstenstadt Swakopmund bis zur Etosha-Pfanne.

Namibia ist dabei das leerste Land der Region: Auf einer Fläche größer als Deutschland und Frankreich zusammen leben rund drei Millionen Menschen. Entsprechend lang sind die Etappen und entsprechend dunkel die Nächte – der Sternenhimmel über der Namib gehört zu den besten der Welt und macht das Land zu einem Ziel für Fotoreisen.

Zur Saison: Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten umgedreht. Von Mai bis Oktober herrscht Trockenzeit – kühle, klare Tage, kalte Nächte im Landesinneren und die beste Wildbeobachtung des Jahres. Kapstadt und die Kapregion dagegen sind Winterregengebiet: Dort ist der Südsommer von November bis März die Hauptsaison. Wer beides in einer Reise verbinden will, plant am besten für Oktober/November oder März/April, wenn sich die Fenster überschneiden. Die Klimatabellen für Südafrika und Namibia zeigen die Monatswerte im Detail.

Inseln im Indischen Ozean: Mauritius und Seychellen

Mauritius und die Seychellen sind die klassischen Badeziele des Kontinents – und zwei sehr unterschiedliche Inselwelten. Mauritius ist größer, vielfältiger und stärker touristisch erschlossen: Lagune mit Riff, Wanderungen im Black-River-Gorges-Nationalpark, kreolische Küche und ein breites Hotelangebot vom Familienresort bis zur Luxusanlage. Die Seychellen sind kleiner, wilder und teurer – Granitfelsen, Urwald bis an den Strand und Buchten wie die Anse Source d'Argent auf La Digue.

Saisonal unterscheiden sich beide: Auf Mauritius ist Mai bis Dezember die trockenere, angenehmere Zeit, während Januar bis März in die Zyklonsaison fällt. Die Seychellen liegen außerhalb des klassischen Zyklongürtels und sind ganzjährig warm; hier entscheidet der Monsun über die Windrichtung – April/Mai und Oktober/November gelten als die ruhigsten Übergangsmonate mit glattem Wasser und guter Sicht beim Schnorcheln.

Beide Inseln lassen sich gut mit einer Safari kombinieren: Von Nairobi oder Johannesburg aus sind es jeweils nur wenige Flugstunden – Safari zuerst, Strand danach ist die bewährte Reihenfolge.

Wann nach Afrika? Regenzeiten statt Jahreszeiten

In weiten Teilen Afrikas gibt es keinen Sommer und Winter im europäischen Sinn, sondern Trocken- und Regenzeiten. Für die Reiseplanung ist das die entscheidende Größe: In der Trockenzeit ist die Vegetation licht, Tiere sammeln sich an Wasserstellen und Pisten sind befahrbar – die klassische Safarizeit von Juni bis Oktober. In der Regenzeit wird es grün, die Landschaft ist fotogen, es gibt Jungtiere und deutlich weniger Besucher, dafür ist die Tierbeobachtung schwieriger.

Grob als Faustregel: Nordafrika im Frühling (März bis Mai) und Herbst (September/Oktober); Ostafrika von Juni bis Oktober sowie im Januar/Februar; das südliche Afrika für Safari von Mai bis Oktober, für Kapstadt und die Küste von November bis März; Mauritius von Mai bis Dezember, die Seychellen ganzjährig.

Wer vom Kalender her plant statt vom Ziel, startet im Reisekalender und sucht sich für den Wunschmonat die passende Region. Und wer es genau wissen will: Jede Klimatabelle auf dieser Seite zeigt Höchst- und Tiefstwerte sowie Regentage pro Monat – auf Basis echter Messdaten, nicht nach Gefühl.

Praktisches für die Afrika-Reise

Anreise: Nordafrika wird von vielen deutschen Flughäfen direkt angeflogen, oft schon ab drei Stunden Flugzeit. Nach Ostafrika und ins südliche Afrika gibt es Direktverbindungen ab Frankfurt und München (Nairobi, Johannesburg, Kapstadt, Windhoek saisonal); alles andere läuft über Drehkreuze wie Addis Abeba, Doha oder Istanbul.

Einreise: Die Regeln unterscheiden sich stark pro Land – Kenia und Tansania arbeiten mit elektronischen Reisegenehmigungen bzw. Visa, Südafrika, Namibia und Marokko sind für deutsche Touristen visumfrei. Da sich die Bestimmungen ändern, gilt: kurz vor Buchung die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts prüfen. Der Reisepass sollte in der Regel noch sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein.

Gesundheit: Für viele Safarigebiete Ostafrikas wird ein Malariaschutz empfohlen, während Kapstadt, die Garden Route und weite Teile Namibias als weitgehend malariafrei gelten. Eine reisemedizinische Beratung vier bis sechs Wochen vor Abflug klärt Impfungen und Prophylaxe individuell. Was in jedem Fall dazugehört: eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport – Behandlungen und Evakuierungen aus abgelegenen Gebieten sind teuer und werden von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen. Bei teuren Safari- oder Lodge-Buchungen lohnt zusätzlich der Blick auf eine Reiserücktrittsversicherung.

Vor Ort: Safaris laufen fast immer über Lodges oder Camps mit Guide; selbst fahren geht vor allem in Südafrika und Namibia. Für Namibia empfiehlt sich ein Fahrzeug mit Allrad und zwei Reserverädern, weil viele Strecken Schotterpisten sind. Trinkgeld für Guides und Fahrer ist üblich und ein relevanter Teil ihres Einkommens. Und: Distanzen werden regelmäßig unterschätzt – lieber weniger Stationen und dafür zwei Nächte pro Ort.

Länder in Afrika

Jeder Länder-Guide enthält Highlights, Städte, Schnellinfos und die beste Reisezeit – viele zusätzlich eine Klimatabelle mit echten Monatswerten.

Beste Reisezeit in Afrika im Überblick

LandBeste MonateKlima im Detail
ÄgyptenOktober bis AprilKlimatabelle →
MarokkoMärz bis Mai & September/OktoberKlimatabelle →
TunesienApril bis Juni & September/OktoberKlimatabelle →
SüdafrikaMai bis September (Safari) & November bis März (Kapstadt)Klimatabelle →
KeniaJuni bis Oktober & Januar/FebruarKlimatabelle →
TansaniaJuni bis Oktober & Januar/FebruarKlimatabelle →
NamibiaMai bis OktoberKlimatabelle →
MauritiusMai bis DezemberKlimatabelle →
SeychellenApril/Mai & OktoberKlimatabelle →

Beliebte Städte & Reiseziele

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Häufige Fragen zu Afrika

Wann ist die beste Reisezeit für Afrika?

Das hängt von der Region ab. Nordafrika (Marokko, Tunesien, Ägypten) ist im Frühling und Herbst am angenehmsten. Für Safaris in Kenia und Tansania sind Juni bis Oktober sowie Januar/Februar ideal, im südlichen Afrika die Trockenzeit von Mai bis Oktober. Kapstadt und die Kapregion sind dagegen von November bis März am schönsten, Mauritius von Mai bis Dezember.

Wie lange fliegt man von Deutschland nach Afrika?

Marrakesch ist in rund drei bis dreieinhalb Stunden erreichbar, Ägypten in vier bis viereinhalb. Nairobi liegt bei etwa acht Stunden Direktflug, Johannesburg und Kapstadt bei rund zehn bis elf, Mauritius und die Seychellen bei etwa zehn bis zwölf Stunden.

Muss man wegen des Jetlags etwas beachten?

Kaum. Afrika liegt fast vollständig in den Zeitzonen UTC+0 bis UTC+3, die Verschiebung zu Deutschland beträgt je nach Land und Jahreszeit null bis drei Stunden. Selbst nach dem langen Flug nach Kapstadt gibt es praktisch keinen Jetlag – ein großer Vorteil gegenüber Asien oder Amerika.

Welches afrikanische Land eignet sich für die erste Safari?

Südafrika gilt als der einfachste Einstieg: gute Infrastruktur, der Kruger-Nationalpark lässt sich sogar selbst durchfahren, und die Kombination mit Kapstadt und der Garden Route funktioniert ohne Inlandsflüge. Wer die Große Tierwanderung sehen will, ist in Kenia (Masai Mara) oder Tansania (Serengeti) richtig.

Kann man Safari und Strand in einer Reise verbinden?

Ja, das ist sogar die üblichste Kombination. In Ostafrika folgt auf die Safari in der Serengeti oder Masai Mara ein Badeaufenthalt auf Sansibar oder an der kenianischen Küste. Vom südlichen Afrika aus sind Mauritius und die Seychellen per Anschlussflug erreichbar. Die bewährte Reihenfolge ist Safari zuerst, Strand danach.

Ist Afrika ein Ziel für Familien mit Kindern?

In Teilen ja. Mauritius, die tunesische Küste und Ägypten am Roten Meer sind familienfreundlich und meist ohne Malariarisiko. Für Safaris haben viele Lodges Mindestalter zwischen sechs und zwölf Jahren, und lange Pistenfahrten sind für kleine Kinder anstrengend. Südafrika mit Garden Route und malariafreien Wildreservaten gilt als gute Familienlösung.

Welche Versicherung braucht man für eine Afrika-Reise?

Eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport ist Pflichtprogramm, weil die gesetzliche Krankenkasse außerhalb Europas nicht zahlt und Evakuierungen aus abgelegenen Gebieten sehr teuer sind. Bei früh gebuchten Safaris oder Lodges mit strengen Stornobedingungen kommt eine Reiserücktrittsversicherung dazu.

Titelbild: Daniel Kraft, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons