Highlights & Sehenswürdigkeiten
Das Herz der von siebenbürgischen Sachsen gegründeten Stadt bilden der Große Ring (Piața Mare) und der Kleine Ring (Piața Mică), gesäumt von prächtigen Bürger- und Zunfthäusern. Vom Ratsturm (Turnul Sfatului) zwischen beiden Plätzen reicht der Blick über die roten Dächer und die Karpaten. Der dritte Platz, der Huetplatz, wird von der gotischen evangelischen Stadtpfarrkirche mit ihrem hohen Turm überragt.
Über den Fluss und die tiefer gelegene Unterstadt spannt sich die schmiedeeiserne Lügenbrücke (Podul Minciunilor), um die sich allerlei Legenden ranken. Charakteristisch sind die schmalen, halbmondförmigen Dachgauben, die wie halb geschlossene Augen wirken – die berühmten 'Augen von Hermannstadt', die dem Stadtbild seinen unverwechselbaren Blick geben.
Siebenbürgisches Erbe & Umgebung
Sibiu war jahrhundertelang ein Zentrum der Siebenbürger Sachsen, und dieses deutsche Erbe ist bis heute präsent – in Straßennamen, Kirchen und dem angesehenen Brukenthal-Museum am Großen Ring, einer der ältesten Kunstsammlungen Osteuropas. 2007 war Sibiu Europäische Kulturhauptstadt, was die liebevoll restaurierte Altstadt bis heute prägt.
Am Stadtrand zeigt das Freilichtmuseum Astra in einem weitläufigen Waldpark Bauernhäuser, Mühlen und Handwerk aus ganz Rumänien. In der Umgebung locken die befestigten Kirchenburgen der Sachsendörfer sowie Ausflüge in die Karpaten, etwa über die spektakuläre Bergstraße Transfăgărășan.
Essen & Weihnachtsmarkt
Sibius Küche trägt siebenbürgisch-sächsische Züge: herzhafte Eintöpfe, Bulz aus Polenta und Schafskäse, Krautwickel (Sarmale) und kräftige Suppen gehören dazu, ergänzt um regionalen Käse und Wein vom Fuße der Karpaten. Rund um den Großen und Kleinen Ring laden Cafés und Restaurants in historischen Gewölben zum Verweilen ein.
In der Adventszeit verwandelt sich der Große Ring in einen der bekanntesten Weihnachtsmärkte Rumäniens, mit Lichterglanz, Handwerksständen und Glühwein vor der Kulisse der Bürgerhäuser. Auch sonst finden auf den Plätzen regelmäßig Märkte und Feste statt.
Viertel: Ober- und Unterstadt
Sibiu gliedert sich in eine höher gelegene Oberstadt und die tiefer liegende Unterstadt. Oben reihen sich die repräsentativen Plätze – Großer Ring, Kleiner Ring und Huetplatz – mit Zunft- und Patrizierhäusern, Türmen und Museen. Hier spielte sich einst das offizielle Leben der wohlhabenden Kaufleute und Handwerker ab.
Über die Treppengasse Pasajul Scărilor und die Lügenbrücke gelangt man hinab in die Unterstadt mit ihren farbigen, niedrigeren Handwerkerhäusern und stilleren Gassen entlang des Flusses. Der Kontrast der beiden Ebenen macht einen Bummel durch Hermannstadt besonders reizvoll.
Anreise & Fortbewegung
Sibiu besitzt einen eigenen internationalen Flughafen mit Verbindungen nach Deutschland, der nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt liegt. Aus Bukarest oder Brașov ist die Stadt auch per Zug und Fernbus erreichbar.
Die kompakte, teils autofreie Altstadt erkundet man am besten zu Fuß. Für die Kirchenburgen der Umgebung, das Astra-Museum und Bergtouren ist ein Mietwagen praktisch. Sibiu eignet sich gut als Etappe auf einer Rundreise durch Siebenbürgen.
Häufige Fragen zu Sibiu
Was hat es mit den „Augen" von Sibiu auf sich?
Gemeint sind die schmalen, halbmondförmigen Dachgauben vieler Altstadthäuser, die von unten wie halb geschlossene Augen wirken. Sie dienten der Belüftung der Dachböden und geben dem Stadtbild seinen unverwechselbaren Charakter.
Wie viele Tage sollte man für Sibiu einplanen?
Die Altstadt lässt sich gut an einem vollen Tag erkunden. Mit dem Astra-Freilichtmuseum, den Kirchenburgen der Umgebung oder einem Abstecher in die Karpaten lohnt sich ein zweiter Tag.
Warum ist Sibiu deutsch geprägt?
Sibiu (Hermannstadt) war jahrhundertelang eine der wichtigsten Städte der Siebenbürger Sachsen, die im Mittelalter aus dem deutschsprachigen Raum einwanderten. Ihr Erbe zeigt sich in Kirchen, Architektur und Kultur bis heute.