Marokko

Marrakesch

Die rote Königsstadt betört mit dem Trubel des Platzes Jemaa el-Fnaa, labyrinthischen Souks und ruhigen Riad-Gärten – Orient pur, nur dreieinhalb Flugstunden entfernt.

Highlights & Sehenswürdigkeiten

Der Platz Jemaa el-Fnaa ist das pulsierende Herz von Marrakesch: tagsüber mit Saftständen und Schlangenbeschwörern, abends mit dampfenden Garküchen und Musikern. Rundherum breiten sich die Souks aus, in denen Lederwaren, Lampen, Teppiche und Gewürze feilgeboten werden.

Zu den ruhigeren Höhepunkten zählen der Jardin Majorelle mit seinem intensiv blauen Pavillon, der einst Yves Saint Laurent gehörte, sowie der Bahia-Palast, die Saadier-Gräber und die Koutoubia-Moschee, deren Minarett die Silhouette der Stadt prägt.

Viertel & Umgebung

Innerhalb der von Lehmmauern umgebenen Medina wohnt man am stimmungsvollsten in einem Riad – einem traditionellen Stadthaus mit begrüntem Innenhof. Der moderne Stadtteil Gueliz (Ville Nouvelle) bietet dagegen Boutiquen, Cafés und Restaurants im europäischeren Stil.

Als Ausflug lohnt das Ourika-Tal am Fuß des Hohen Atlas mit Wasserfällen und Berberdörfern, ebenso eine Tour zu den Kasbahs bei Aït-Ben-Haddou. Auch die Küstenstadt Essaouira ist als Tagesausflug beliebt.

Anreise & Fortbewegung

Der Flughafen Marrakesch-Menara (RAK) wird ab Deutschland direkt in etwa dreieinhalb Stunden angeflogen und liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt. Ins Hotel kommt man per Taxi oder Transfer.

In der engen Medina bewegt man sich am besten zu Fuß; Gepäck und größere Wege übernehmen Taxis. Zwischen Medina und Gueliz verkehren Busse und Taxis. Für Ausflüge in den Atlas empfiehlt sich ein Fahrer oder eine organisierte Tour.

Essen & Ausgehen

Abends verwandeln dampfende Garküchen den Jemaa el-Fnaa in ein riesiges Freiluftrestaurant. Neben Tajine und dem freitäglichen Couscous ist die Tanjia marrakchia die lokale Spezialität – ein Schmortopf, der stundenlang in der Asche der Hammam-Öfen gart.

Von den Dachterrassencafés rund um den Platz blickt man über das Treiben, in den Riads der Medina speist man in ruhigen Innenhöfen. Bars und Nachtleben konzentrieren sich auf die moderneren Viertel Gueliz und Hivernage.

Praktische Tipps

In den Souks gehört das Feilschen dazu – ruhig, freundlich und mit Geduld. Aufdringliche „faux guides“ weist man höflich ab, und wer die Gaukler und Schlangenbeschwörer auf dem Jemaa el-Fnaa fotografiert, sollte ein Trinkgeld einplanen.

Angemessene, eher bedeckende Kleidung ist ratsam, ein traditioneller Hammam-Besuch ein Erlebnis. Für kurze Wege nutzt man Petits Taxis mit Taxameter; im Hochsommer wird es in der Stadt sehr heiß, weshalb sich die frühen Morgenstunden für Erkundungen anbieten.

Was kostet eine Reise nach Marrakesch?

Marrakesch ist in beide Richtungen offen: Ein Riad in der Medina mit Innenhof und Dachterrasse ist oft günstiger als ein Standardhotel im Neubauviertel Gueliz — und deutlich näher am eigentlichen Grund der Reise. Aufpassen muss man nur beim Gepäck: Viele Gassen sind nicht befahrbar, der letzte Abschnitt geht zu Fuß.

In den Souks sind Preise Verhandlungssache, und zwar ohne Ausnahme. Ein freundliches Gespräch, ein realistischer Gegenwert und die Bereitschaft, ohne Kauf weiterzugehen, sind die einzigen Werkzeuge, die zählen. Wer den ersten Preis zahlt, zahlt ein Vielfaches.

Der Dirham ist nicht frei konvertierbar und sollte im Land gewechselt werden. Viele kleine Läden, Taxis und Stände nehmen ausschließlich Bargeld.

Marrakesch in drei Tagen: eine Route

Tag 1 – Medina: Vormittags Koutoubia-Moschee (von außen; sie ist für Nicht-Muslime nicht zugänglich) und die Souks, nachmittags Bahia-Palast und Saadier-Gräber. Abends zur Jemaa el-Fna, wenn die Garküchen aufbauen.

Tag 2 – Gärten und Ruhe: Jardin Majorelle mit dem Yves-Saint-Laurent-Museum am frühen Morgen, bevor die Schlange steht. Nachmittags Hammam und Minztee auf einer Dachterrasse — ein Ruhetag mitten in der Reise ist hier kein verlorener Tag.

Tag 3 – Atlas: Das Ourika-Tal oder Imlil am Fuß des Toubkal sind in ein bis zwei Stunden erreichbar und um viele Grad kühler als die Stadt.

Die Wüste bei Merzouga ist kein Tagesausflug: Für die Fahrt über den Hohen Atlas sollte man mindestens zwei Übernachtungen einplanen.

Praktisches für Marrakesch

Orientierung: In der Medina versagt jede Karten-App zuverlässig. Wer angesprochen und zum Platz geführt wird, wird anschließend um Geld gebeten — freundlich ablehnen und dem Strom der Einheimischen folgen.

Taxis: Die kleinen Petits Taxis haben ein Taxameter, das oft erst auf Nachfrage eingeschaltet wird. Kurz vorher den Preis klären ist üblich und vermeidet Streit am Ziel.

Ramadan: Während des Fastenmonats sind viele Lokale tagsüber geschlossen und das Tempo der Stadt ist ein anderes. Die Termine verschieben sich jedes Jahr um rund elf Tage — vor der Buchung kurz prüfen.

Beste Zeit: März bis Mai und September bis November. Im Hochsommer werden regelmäßig über 40 Grad erreicht, dann ist Besichtigen nur früh morgens sinnvoll. Details in der Klimatabelle für Marrakesch.

Beste Reisezeit
März bis Mai & September/Oktober

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Häufige Fragen zu Marrakesch

Wann ist die beste Reisezeit für Marrakesch?

Am angenehmsten sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September/Oktober). Der Hochsommer wird in der Stadt sehr heiß, während die Winter mild und tagsüber meist sonnig sind.

Wie viele Tage sollte man für Marrakesch einplanen?

Drei Tage reichen für Medina, Paläste und Gärten in einem Tempo, das die Stadt aushält. Wer zusätzlich in den Hohen Atlas oder ans Meer nach Essaouira möchte, plant vier bis fünf Tage ein.

Muss man in den Souks von Marrakesch handeln?

Ja, Handeln ist der übliche Weg der Preisfindung und wird erwartet. Der genannte Erstpreis liegt regelmäßig ein Vielfaches über dem realistischen Preis. Wer freundlich bleibt und notfalls weitergeht, kommt am weitesten.

Wann ist es in Marrakesch zu heiß?

Von Juni bis August. Dann werden im Mittel über 38 Grad erreicht, an einzelnen Tagen deutlich mehr. Angenehm sind Frühjahr und Herbst; im Winter ist es tagsüber mild, nachts aber empfindlich kühl.