Region

Naher Osten

Türkei, Jordanien, Oman und die Golfstaaten: Der Nahe Osten ist das Winterziel mit der kürzesten Flugzeit – Sonne im Dezember, Weltkulturerbe und Wüste inklusive.

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Der Nahe Osten ist die Region, die den europäischen Kalender auf den Kopf stellt: Während in Deutschland der Winter läuft, herrscht in Dubai, Oman und Jordanien die angenehmste Zeit des Jahres. Sechs bis sieben Flugstunden, kaum Zeitverschiebung, 25 Grad im Januar – das ist das Kernargument der Region.

Inhaltlich liegt die Spannweite weit auseinander. Petra und das Wadi Rum stehen für Archäologie und Wüstenlandschaft, Dubai und Abu Dhabi für Superlative aus Glas und Stahl, Muscat für die traditionellere, ruhigere Variante des Golfs. Die Türkei nimmt eine Sonderrolle ein: mediterranes Badeziel, Metropole und Anatolien in einem Land.

Praktisch ist die Region überraschend unkompliziert: moderne Infrastruktur, gute Straßen, hohe Sicherheit in den Reisegebieten und meist unkomplizierte Einreise. Wer die Hitze der Sommermonate meidet und die lokalen Gepflogenheiten respektiert, hat wenig Reibungspunkte.

Beste Reisezeit in Naher Osten
Oktober bis April – im Hochsommer wird es am Golf extrem heiß

Türkei: Küste, Metropole und Anatolien

Die Türkei ist das vielseitigste Land der Region. Istanbul liegt auf zwei Kontinenten und liefert mit Hagia Sophia, Basar und Bosporus genug Programm für ein langes Wochenende – am schönsten im Frühling und Herbst.

Antalya und die türkische Riviera stehen für Badeurlaub mit langer Saison: Von Mai bis Oktober ist das Mittelmeer warm, im Hochsommer wird es mit über 35 Grad allerdings heiß. Antike Stätten wie Ephesos, Side und Aspendos liegen in Reichweite.

Kappadokien ist der landschaftliche Höhepunkt: Tuffsteinformationen, Höhlenkirchen und Ballonfahrten bei Sonnenaufgang. Beste Zeit sind April/Mai und September/Oktober – im Winter kann es dort schneien, was eigene Bilder ergibt, aber Ballonstarts häufiger ausfallen lässt. Monatswerte in der Klimatabelle für die Türkei.

Jordanien: Petra, Wadi Rum und Totes Meer

Jordanien lässt sich in einer Woche gut bereisen und verbindet drei sehr unterschiedliche Höhepunkte. Petra, die in den Fels geschlagene Nabatäerstadt, braucht mindestens zwei Tage – der Weg durch die Schlucht Siq zum Schatzhaus ist nur der Anfang der weitläufigen Anlage.

Das Wadi Rum südlich davon ist eine Sandsteinwüste, in der schon zahlreiche Filme gedreht wurden; Übernachtungen in Beduinencamps gehören zum Standardprogramm. Das Tote Meer bildet mit 430 Metern unter dem Meeresspiegel den tiefsten zugänglichen Punkt der Erde – schwimmen ist dort physikalisch unmöglich, treiben dagegen zwingend.

Amman ist der Ausgangspunkt mit römischem Theater und Zitadelle. Beste Reisezeit: März bis Mai und September bis November – im Sommer wird es in Petra und im Wadi Rum sehr heiß, im Winter kann es in Amman empfindlich kühl und regnerisch werden.

Golfstaaten: Dubai, Abu Dhabi, Katar, Oman

Dubai ist das bekannteste Ziel am Golf: Burj Khalifa, künstliche Inseln, Wüstensafaris und ein Flughafen, der als Drehkreuz für halb Asien dient. Als Stopover auf dem Weg nach Asien oder Australien funktioniert die Stadt besonders gut. Abu Dhabi nebenan ist ruhiger und kulturell ambitionierter – mit der Scheich-Zayid-Moschee und dem Louvre Abu Dhabi.

Doha in Katar hat mit dem Museum für Islamische Kunst und dem Souq Waqif zwei Anlaufpunkte von Rang und ist seit der Fußball-WM 2022 deutlich besser auf Besucher eingestellt.

Oman ist die traditionellere Alternative: Muscat mit Souq und Großer Moschee, dazu Wadis mit türkisfarbenen Pools, das Hajar-Gebirge und die Wüste Wahiba Sands. Das Land eignet sich hervorragend für Rundreisen mit dem Mietwagen – Straßen sind exzellent, Wegweiser zweisprachig.

Wann in den Nahen Osten reisen?

Die Kernzeit läuft von Oktober bis April. Am Golf – Dubai, Abu Dhabi, Doha, Muscat – liegen die Tageswerte dann bei angenehmen 24 bis 30 Grad, das Meer ist ganzjährig warm. Zwischen Juni und August wird es dort mit über 45 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit extrem: Der Aufenthalt findet dann praktisch nur zwischen klimatisierten Räumen statt.

In Jordanien und der Türkei sind Frühling und Herbst am besten – März bis Mai und September bis November. Für Badeurlaub an der türkischen Riviera erweitert sich das Fenster von Mai bis Oktober.

Zwei Termine sind bei der Planung wichtig: der Ramadan, dessen Datum sich jährlich um etwa elf Tage nach vorn verschiebt – tagsüber sind dann viele Restaurants geschlossen und das öffentliche Leben ist gedämpft – sowie die europäischen Weihnachts- und Osterferien, in denen die Golf-Hotels ihre Höchstpreise verlangen.

Praktisches für den Nahen Osten

Einreise: Für die Türkei, die Emirate, Katar und Oman ist die Einreise für deutsche Touristen unkompliziert – teils visumfrei, teils mit Visum bei Ankunft oder online. Jordanien bietet mit dem Jordan Pass eine Kombination aus Visum und Eintritten, die sich bei einem Petra-Besuch fast immer rechnet.

Kleidung und Verhalten: In den Golfstaaten und Jordanien ist außerhalb von Hotelanlagen zurückhaltende Kleidung angemessen – Schultern und Knie bedeckt, in Moscheen zusätzlich ein Kopftuch für Frauen. Alkohol ist meist auf lizenzierte Hotels und Restaurants beschränkt, in einigen Ländern ganz untersagt. Fotografieren von Menschen und Regierungsgebäuden sollte man vermeiden beziehungsweise vorher fragen.

Unterwegs: Oman und die Emirate sind ideale Selbstfahrerländer mit gutem Straßennetz. Für Wüstentouren ins Wadi Rum oder in die Wahiba Sands braucht es Allrad und Erfahrung – oder besser einen lokalen Guide.

Absicherung: Medizinisch ist die Versorgung in den Golfstaaten sehr gut, aber teuer. Eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport gehört dazu; bei Aktivitäten wie Canyoning in omanischen Wadis oder Wüstentouren lohnt ein Blick auf eingeschlossene Sportarten.

Länder in Naher Osten

Jeder Länder-Guide enthält Highlights, Städte, Schnellinfos und die beste Reisezeit – viele zusätzlich eine Klimatabelle mit echten Monatswerten.

Beste Reisezeit in Naher Osten im Überblick

LandBeste MonateKlima im Detail
TürkeiApril bis Juni & September/OktoberKlimatabelle →
JordanienMärz bis Mai & September bis NovemberKlimatabelle →
OmanOktober bis AprilKlimatabelle →
KatarNovember bis MärzKlimatabelle →
Vereinigte Arabische EmirateNovember bis MärzKlimatabelle →
DubaiNovember bis MärzKlimatabelle →

Beliebte Städte & Reiseziele

Jordanien

Oman

Katar

Vereinigte Arabische Emirate

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Häufige Fragen zu Naher Osten

Wann ist die beste Reisezeit für den Nahen Osten?

Oktober bis April. Am Golf sind die Wintermonate mit 24 bis 30 Grad ideal, während zwischen Juni und August über 45 Grad erreicht werden. In Jordanien und der Türkei sind Frühling und Herbst am angenehmsten, für Badeurlaub an der türkischen Küste Mai bis Oktober.

Ist Dubai im Sommer noch bereisbar?

Bereisbar ja, angenehm nein. Zwischen Juni und August liegen die Temperaturen häufig über 45 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit; das Leben spielt sich in klimatisierten Malls, Hotels und Museen ab. Dafür sind Flüge und Hotels in diesen Monaten deutlich günstiger.

Wie viel Zeit braucht man für Jordanien?

Eine Woche reicht für die Höhepunkte: zwei Tage Petra, eine Nacht im Wadi Rum, das Tote Meer und Amman. Wer zusätzlich Aqaba am Roten Meer und die Wüstenschlösser sehen will, plant zehn bis zwölf Tage ein.

Was sollte man beim Ramadan beachten?

Der Termin verschiebt sich jährlich um etwa elf Tage. Tagsüber wird in der Öffentlichkeit nicht gegessen, getrunken oder geraucht, viele Restaurants öffnen erst abends. Reisen ist trotzdem möglich – die Abende sind besonders lebendig, aber Sehenswürdigkeiten haben oft verkürzte Öffnungszeiten.

Welche Kleidung ist angemessen?

In Hotelanlagen und an Stränden gelten die üblichen Urlaubsregeln. In der Öffentlichkeit, in Souks und Moscheen sind bedeckte Schultern und Knie angemessen, für Frauen in Moscheen zusätzlich ein Kopftuch. In Oman und Katar wird das etwas strenger gehandhabt als in Dubai.

Lohnt sich der Jordan Pass?

Fast immer, wenn Petra auf dem Programm steht. Er kombiniert die Visumgebühr mit den Eintritten zu über vierzig Sehenswürdigkeiten und ist damit meist günstiger als die Einzelbuchung. Voraussetzung ist ein Aufenthalt von mindestens drei Nächten im Land.

Titelbild: David Berkowitz from New York, NY, USA, CC BY 2.0 – Wikimedia Commons