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Ostasien

Japan, China, Südkorea und Taiwan: Ostasien verbindet Hightech-Metropolen mit jahrhundertealter Tradition – und hat mit Kirschblüte und Herbstlaub zwei Reisezeiten, die den Kalender bestimmen.

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Ostasien ist die Region mit der größten Spannweite zwischen Alt und Neu. In Tokio steht der Schrein zwischen Hochhäusern, in Peking grenzt die Verbotene Stadt an achtspurige Ringstraßen, und in Seoul liegt ein Palast aus der Joseon-Dynastie neben dem Einkaufsviertel Myeongdong.

Für Reisende ist die Region angenehm planbar: Die Infrastruktur gehört zu den besten der Welt, Züge sind pünktlich auf die Minute, und Kriminalität ist ein sehr geringes Thema. Der Aufwand liegt woanders – Sprache und Schrift sind eine echte Hürde, und die Reisezeit ist stärker an feste Fenster gebunden als anderswo.

Diese Fenster heißen Kirschblüte und Herbstlaub. Beide dauern nur wenige Wochen, ziehen aber Millionen Menschen an – auch aus dem Inland. Wer in dieser Zeit reist, sollte Unterkünfte Monate im Voraus buchen; wer sie meidet, findet dieselben Städte deutlich ruhiger und günstiger vor.

Beste Reisezeit in Ostasien
März bis Mai (Kirschblüte) und Oktober/November (Herbstlaub)

Japan: das strukturierteste Reiseland Asiens

Japan ist für viele das Highlight der Region. Die klassische Route führt von Tokio mit dem Shinkansen nach Kyoto – der Stadt mit über tausend Tempeln, Geisha-Vierteln und Bambuswald – weiter nach Osaka als kulinarischer Hauptstadt und Hiroshima mit Friedenspark und der Insel Miyajima.

Für diese Strecke lohnt sich der Japan Rail Pass, wenn mehrere Fernstrecken anstehen – seit der Preiserhöhung allerdings nicht mehr automatisch, ein Vergleich mit Einzeltickets ist inzwischen ratsam. Innerhalb der Städte funktioniert alles über aufladbare Chipkarten wie Suica oder Pasmo.

Zwei Wochen sind für die Hauptroute eine gute Grundlage. Wer mehr Zeit hat, ergänzt die Alpenregion um Takayama, die Insel Hokkaido im Norden oder Okinawa im subtropischen Süden. Details zu den Monaten: Klimatabelle für Japan.

China: Distanzen und Höhepunkte

China ist kein Land für eine schnelle Rundreise – die Entfernungen sind kontinental. Die klassische Dreiecksroute verbindet Peking mit Verbotener Stadt und Großer Mauer, Xi'an mit der Terrakotta-Armee und Shanghai als Wirtschaftsmetropole mit kolonialer Uferpromenade.

Hongkong ist der einfachste Einstieg in die chinesische Welt: Englisch ist Amtssprache, das Verkehrssystem ist selbsterklärend, und Skyline, Victoria Peak und Sternenfähre liefern viel Programm auf kleinem Raum.

Praktisch: China hat für viele europäische Länder visumfreie Kurzaufenthalte eingeführt – die Regelungen ändern sich aber häufig, daher vor Buchung prüfen. Das Hochgeschwindigkeitsnetz ist exzellent, viele westliche Apps und Websites sind dagegen gesperrt; Bezahlen läuft fast vollständig über Alipay oder WeChat Pay, die sich vorab mit einer ausländischen Karte einrichten lassen.

Südkorea und Taiwan: die kompakten Alternativen

Südkorea lässt sich in zehn Tagen gut abdecken: Seoul mit Palästen, Bergtempeln und einer der lebendigsten Foodszenen Asiens, dann per Hochgeschwindigkeitszug in gut zwei Stunden nach Busan ans Meer. Das Land ist günstiger als Japan und im Alltag ähnlich unkompliziert.

Taiwan ist die unterschätzte Insel der Region: Taipeh mit Nachtmärkten und heißen Quellen, dazu die Taroko-Schlucht und eine Bergkette über 3.000 Meter. Eine Inselumrundung per Zug dauert eine gute Woche.

Beide Ziele eignen sich als Ergänzung zu Japan oder als eigenständige Reise für alle, die Ostasien ohne die Preise Tokios erleben wollen. Die Reisezeiten ähneln sich: Frühling und Herbst sind ideal, der Sommer heiß und schwül mit Taifunrisiko zwischen Juli und September.

Kirschblüte, Herbstlaub, Taifune: die Reisezeiten

Die Kirschblüte zieht von Süden nach Norden: In Kyoto und Tokio öffnen die Blüten typischerweise Ende März bis Anfang April und halten nur ein bis zwei Wochen. Der genaue Termin schwankt jährlich um mehrere Tage – wer gezielt reist, sollte flexibel sein und früh buchen.

Der Herbst ist die zweite Hauptsaison: Von Ende Oktober bis Ende November färbt sich das Laub, das Wetter ist stabil, trocken und mild. Viele Reisende halten diese Wochen für die angenehmste Zeit überhaupt – weniger Menschenandrang als zur Kirschblüte, aber ähnlich fotogen.

Zu meiden: die japanische Regenzeit von Juni bis Mitte Juli, der schwülheiße August mit über 35 Grad in den Städten und die Taifunsaison zwischen Juli und September, die vor allem Taiwan, Südjapan und die chinesische Ostküste trifft. Ebenfalls wichtig: Zur Golden Week Anfang Mai und um das chinesische Neujahr im Januar oder Februar reist halb Asien – Preise und Auslastung explodieren.

Praktisches für Ostasien

Sprache: Außerhalb von Hotels und großen Bahnhöfen ist Englisch wenig verbreitet. Übersetzungs-Apps mit Kameramodus für Schriftzeichen sind extrem hilfreich; Adressen am besten in Landessprache abspeichern und vorzeigen.

Bezahlen: Südkorea und China sind fast bargeldlos, in China läuft praktisch alles über Alipay oder WeChat Pay. Japan ist überraschend bargeldaffin – kleine Restaurants und Tempel nehmen häufig nur Yen in bar.

Unterwegs: Das Zugnetz ist in allen vier Ländern hervorragend. Mietwagen braucht man selten; in Japan verlangt er zusätzlich einen speziellen Führerscheinnachweis, und es herrscht Linksverkehr.

Absicherung: Medizinische Behandlung ist auf hohem Niveau, aber teuer. Eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport gehört dazu. Bei teuren Flügen und früh gebuchten Hotels in der Kirschblütensaison lohnt zusätzlich eine Reiserücktrittsversicherung.

Länder in Ostasien

Jeder Länder-Guide enthält Highlights, Städte, Schnellinfos und die beste Reisezeit – viele zusätzlich eine Klimatabelle mit echten Monatswerten.

Beste Reisezeit in Ostasien im Überblick

LandBeste MonateKlima im Detail
JapanMärz bis Mai (Kirschblüte) & Oktober/November (Herbstlaub)Klimatabelle →
ChinaApril/Mai & September/OktoberKlimatabelle →
SüdkoreaApril/Mai & September/OktoberKlimatabelle →
TaiwanOktober/November & März/AprilKlimatabelle →

Beliebte Städte & Reiseziele

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Häufige Fragen zu Ostasien

Wann ist die beste Reisezeit für Ostasien?

Frühling und Herbst. Ende März bis Mitte April fällt die Kirschblüte, Ende Oktober bis Ende November das Herbstlaub – beide mit mildem, trockenem Wetter. Zu meiden sind die Regenzeit im Juni, der schwüle August und die Taifunsaison von Juli bis September.

Wann blüht die Kirschblüte in Japan?

Sie zieht von Süden nach Norden: In Kyoto und Tokio meist von Ende März bis Anfang April, in Hokkaido erst im Mai. Die Blüte hält nur ein bis zwei Wochen und verschiebt sich jährlich um einige Tage – flexibel planen und Unterkünfte früh buchen.

Lohnt sich der Japan Rail Pass?

Seit der deutlichen Preiserhöhung nicht mehr automatisch. Er rechnet sich, wenn mehrere lange Shinkansen-Strecken anstehen, etwa Tokio–Kyoto–Hiroshima und zurück. Bei nur einer Fernstrecke sind Einzeltickets günstiger – vor der Buchung durchrechnen.

Wie schwierig ist Ostasien ohne Sprachkenntnisse?

Machbar, aber mit Vorbereitung. Außerhalb von Hotels und Bahnhöfen ist Englisch selten. Übersetzungs-Apps mit Kamerafunktion für Schriftzeichen helfen enorm; Adressen sollte man sich in der Landessprache abspeichern, um sie vorzeigen zu können.

Braucht man für China ein Visum?

Für viele europäische Staatsangehörige gibt es inzwischen visumfreie Kurzaufenthalte, die Regelungen ändern sich aber häufig. Vor der Buchung sollte man die aktuellen Bestimmungen prüfen. Für Hongkong gelten eigene Einreiseregeln.

Wie teuer ist eine Reise nach Ostasien?

Japan liegt etwa auf westeuropäischem Niveau, mit günstigem Essen und teuren Unterkünften; Südkorea und Taiwan sind spürbar preiswerter, Festlandchina außerhalb von Shanghai und Peking ebenfalls. Der größte Einzelposten ist der Langstreckenflug.

Titelbild: Stjepko Krehula, CC BY 4.0 – Wikimedia Commons