Reisearten

Strandurlaub

Meer, Sand und die richtige Woche

Strandurlaub ist die Reiseart, bei der das Timing am meisten entscheidet – und bei der am häufigsten daneben geplant wird. Die Luft ist im Juni und im September fast gleich warm, das Wasser aber nicht: Das Mittelmeer braucht bis in den Juni, um sich aufzuwärmen, und hält die Wärme dann bis in den Oktober. Wer im September reist, badet also wärmer als im Juni – bei niedrigeren Preisen.

Die zweite Stellschraube ist die Küste, nicht das Land. In Thailand liegen zwei Küsten mit gegenläufigem Monsun kaum 200 Kilometer auseinander; in Portugal trennen Atlantik und Algarve mehrere Grad Wassertemperatur. Ein Küstenwechsel rettet fast jede Reisezeit.

Dieser Guide ordnet die Strandziele nach Saison – von der kurzen Ostseesaison über die lange Mittelmeersaison bis zu den Fernzielen, die genau dann am besten sind, wenn es in Europa kalt wird. Wer vom Monat aus plant, startet im Reisekalender.

Europa: Wann das Wasser wirklich warm ist

Das Mittelmeer erreicht im Juni etwa 22 bis 24 Grad, im August 25 bis 28 und liegt im September noch bei 24 bis 26 Grad. Deshalb gilt der September vielen als der beste Badenmonat überhaupt: warmes Wasser, ruhigere Strände, moderatere Preise. Am längsten warm bleibt es im östlichen und südlichen Mittelmeer – auf Zypern, Malta, Kreta und Rhodos ist Baden bis in den Oktober möglich.

Die Adria in Kroatien ist klar und sauber, wird aber etwas später warm als das östliche Mittelmeer; Rovinj und Zadar sind gute Basen mit Buchten statt langer Sandstrände. Wer Sandstrände sucht, ist an der Algarve, in Valencia oder auf den griechischen Inseln besser aufgehoben.

Der Atlantik spielt in einer eigenen Liga: In Portugal und an der französischen Westküste bleibt das Wasser selbst im August bei 18 bis 21 Grad. Dafür gibt es Wellen, Wind und Strände, auf denen im Hochsommer noch Platz ist – ideal für Surfer und alle, denen 28 Grad im Wasser zu warm sind.

Fernziele: Strandurlaub im europäischen Winter

Wenn Europa im Nebel liegt, beginnt anderswo die beste Saison. Am Roten Meer in Hurghada und Sharm el-Sheikh ist Baden ganzjährig möglich, im Winter mit angenehmen 22 bis 25 Grad Luft. Noch verlässlicher sind die Malediven mit Trockenzeit von Dezember bis April und ganzjährig 28 Grad Wassertemperatur.

In der Karibik läuft die Hochsaison ebenfalls von Dezember bis April – Punta Cana, Playa del Carmen und Varadero sind dann trocken und außerhalb der Hurrikansaison, die von Juni bis November läuft.

In Südostasien entscheidet die Küste: Thailands Andamanenseite mit Phuket und Krabi ist von November bis April trocken, der Golf von Thailand von Februar bis September. Bali hat seine Trockenzeit von Mai bis September – dort passt also der europäische Sommer.

Welcher Strand passt zu wem?

Mit kleinen Kindern zählt vor allem, wie das Wasser einsteigt. Flach abfallende Strände gibt es an der istrischen Küste, in der Toskana, an der türkischen Riviera bei Antalya und an der Ostsee. Wichtig sind außerdem Schatten, kurze Wege zur Unterkunft und eine Anreise ohne Nachtflug – mehr dazu unter Familienurlaub.

Für Schnorcheln und Tauchen sind Riffe entscheidend, nicht Sand: Rotes Meer, Malediven, Palawan und die Seychellen liefern die beste Sicht in den trockenen Monaten. Ein Hausriff direkt am Hotel spart teure Bootsausfahrten.

Für Ruhe lohnt sich der Blick auf die zweite Reihe: Korfu statt Mykonos, Málagas Umland statt Costa del Sol, Djerba statt Hammamet. Meist reichen zwanzig Kilometer Abstand vom Hauptort, um die Hälfte der Menschen loszuwerden.

Was den Preis bestimmt

Der größte Hebel ist der Ferienkalender. Die letzte Juniwoche und die zweite Septemberhälfte kosten oft ein Drittel weniger als der August – bei praktisch identischem Wetter. Wer nicht an Schulferien gebunden ist, sollte diese Randwochen konsequent nutzen.

Der zweite Hebel ist die Unterkunftsform. All-Inclusive lohnt sich, wenn das Hotel weit vom Ort entfernt liegt und man ohnehin bleibt; in Griechenland, Italien oder Kroatien, wo Tavernen zum Programm gehören, ist Halbpension oder eine Ferienwohnung meist günstiger und angenehmer.

Dritter Punkt: Nebenkosten am Ziel. Sonnenschirme und Liegen an organisierten Strandabschnitten kosten in Italien und Spanien schnell 20 bis 40 Euro pro Tag. Öffentliche Strandabschnitte gibt es fast überall – sie sind nur seltener ausgeschildert.

Vor der Buchung: die Checkliste

Prüfe die Wassertemperatur statt der Lufttemperatur – sie steht in jeder Klimatabelle unter Beste Reisezeit und ist der ehrlichere Indikator für Badeurlaub.

Prüfe die Windverhältnisse: Auf den Kykladen bläst der Meltemi im Juli und August kräftig, an der ägyptischen Küste ist es im Frühjahr windig. Für Surfer ist das ein Argument, für Familien mit Sonnenschirm eher nicht.

Prüfe die Saisonzeiten vor Ort: Auf kleineren griechischen und italienischen Inseln schließen viele Hotels, Fähren und Restaurants zwischen November und April. Ein warmer Oktobertag hilft wenig, wenn das halbe Dorf geschlossen hat.

Und schließe die Reise ab: Für Badeurlaub reicht meist eine Auslandsreisekrankenversicherung; wer früh und teuer bucht, ergänzt eine Reiserücktrittsversicherung.

Häufige Fragen

Wann ist das Mittelmeer am wärmsten?

Von Ende Juli bis Anfang September, mit 25 bis 28 Grad Wassertemperatur. Da sich das Meer langsamer abkühlt als die Luft, ist auch der September noch sehr angenehm – bei niedrigeren Preisen und leereren Stränden als im August.

Wo kann man im europäischen Winter baden?

Am Roten Meer in Ägypten ist Baden ganzjährig möglich. Weiter weg bieten die Malediven, die Karibik und Thailands Andamanenküste zwischen Dezember und April ihre beste Zeit – trocken, sonnig und mit Wassertemperaturen um 28 Grad.

Welcher Strand eignet sich für kleine Kinder?

Flach abfallende Sandstrände mit ruhigem Wasser, etwa an der istrischen Küste, in der Toskana, an der türkischen Riviera oder an der Ostsee. Wichtig sind außerdem Schattenplätze, kurze Wege zur Unterkunft und eine Anreise ohne Nachtflug.

Ist All-Inclusive sinnvoll?

Vor allem dann, wenn das Hotel abgelegen liegt und man ohnehin auf der Anlage bleibt. In Ländern mit guter Gastronomie vor der Tür – Griechenland, Italien, Kroatien – fährt man mit Halbpension oder einer Ferienwohnung meist günstiger und isst abwechslungsreicher.

Wie spart man beim Strandurlaub am meisten?

Durch die Randwochen: Die letzte Juniwoche und die zweite Septemberhälfte kosten oft ein Drittel weniger als die Hochsaison im August, bei fast gleichem Wetter. Zusätzlich hilft es, auf weniger bekannte Küstenabschnitte in Sichtweite der Hauptorte auszuweichen.

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